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Philosophen, Redner und selbst der Dichter zerstreuten Ge-setze derAthenienser. Wir theilen beifolgend einige vondiesen Gesetzen mit, deren Kenntniß gegenwärtig, da man ernst-lich bedacht ist, Frankreich eine gute Verfassung zu geben undeine weise und gerechte Gesetzgebung einzuführen, vonhöchster Bedeutung ist." ')

Erstes Gesetz. — „Als Feind aller Atheniensersoll angesehen und straflos um's Leben gebrachtwerden, wer die republikanische Regierung um-stürzt oder nach ihrem Umstürze ein obrigkeitlichesAmt annimmt. SeineGüter sollen mitAusnahmedes der Minerva zufallenden zehnten Theilesverkauft werden. Wer ihn tödtet, oder dazurathet, soll von demMorde rein sein. Alle Athe-nienser schwören, Jeder in seiner Tribus oder inder allgemeinen Volksversammlung inmitten derOpfer, niemals Einen zu verschonen, der solcheVerbrechen versuchen oder befördern würde/")

Der principiell für erlaubt erklärte Königsmord, die Er-mordung Ludwigs XVI., das gegen alle Könige verhängteTodesurtheil, der juridische Meuchelmord mehrerer Tausendevon Opfern, die Bluturtheile des Revolutionstribunals, dieBildung eines Corps von Tyrannenmördern sind nur diewortgetreue Anwendung dieses unter dem Titel Eid desHasses gegen das Königthum und der Unverletz-lichkeit der Republik in den revolutionären Codex über-tragenen Gesetzes von Athen.

Um selbst die Jugend auf diesen mörderischen Haß vorzu-bereiten, fordert die Revolution von ihr vorerst den Eid, fürdas Vaterland und die Verfassung zu sterben. Folgende Sceneerinnert an den kleinen Hannibal, wie er, die Hand über eineKohlenpfanne ausgestreckt, den Römern Haß schwur, oder wiedie jungen Athenienser an den Festen der Minerva vor den

1) Decade, Bd. VI. S. t51. — 2) Ebendas.