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delte vernünftige Philosophie sich endlich in unseren Gesetzenund Sitten verwirklichen." ')

Der Wunsch derDecade ward erhört und das athenien-sische Gesetz in den französischen Codex aufgenommen. Umdieses Resultat zu erzielen, mußte die Liebe zu Griechenland,wo die köstliche Gleichheit geboren ward, über die Liebezu Rom, welches die väterliche Autorität in ihrem ganzen Um-fange. heiligte, den Sieg davontragen. Das Feudalrecht, frei-gebiger und nicht weniger ehrfurchtsvoll, räumte dem Familien-vater das Recht ein, sich einen bevorzugten Erben zu wählen;dieser Erbe war gewöhnlich der älteste Sohn. Allein einsolches Recht stand mit den von der Revolution bekanntenPrincipien der Gleichheit, d. h. der allgemeinen Erniedrigung,in zu grellem Widersprüche, als daß es nicht mit allem Nach-drucke hätte bekämpft werden muffen.

Denkwürdig dabei bleibt, daß die gegen dieses Recht ge-führten ersten Streiche von einem Mitgliede des Adels ausgehe».Am 12. August 1789 betritt Hr. v. Gaillon, wie so vieleAndere in dsr Schule der alten Republiken gebildet, die Tri-büne und ruft aus: „Da das Feudalwesen vernichtet werdensoll, so muß die Axt an alle von ihm herrührenden Miß-brauche gelegt werden; ich beantrage demgemäß die Abschaf-fung des Majoratsrechtes."

Hierauf kommen Pötion, Chapelier, Merlin und vieleAndere und beweisen im Namen des Alterthums die Noth-wendigkeit der Abschaffung dieses Rechtes. „Nichts von dem,"sagt Merlin, „was die Natur verwirft, kann gerecht oderbillig sein; übrigens ist auch, wie ein Philosoph des Al-terthums sehr richtig bemerkt, die Gleichheit der erste Theilder Gerechtigkeit: krima enim xars aeguitatis est aoguslitss.Soll man sich auf die Principien der französische» Regierungberufen? Diese Regierung ist frei, die politische Gleichheitaller Bürger ist ihre Unterlage und Majoratsrechte oder Rechte

l) Decat>e, Bd. VI. s. 218, 415.