165
trunken von geistigen Getränken und nach Blut dürstend, er-öffnet. Sie wälzte ihre grausen Wellen von finster tönendenund umflorten Trommeln dahin, wobei sie scheußliche undgrausame Verwünschungen, die mit der menschlichen StimmeNichts gemein hatten, brüllten: dies waren die Priester Ma-rat's, seine Lieder und Gesänge. Der Raphael des Konventshatte es für angemessen erachtet, bei dieser entsetzlichen Feier-lichkeit den Tod des Gott gewordenen Tyrannen selbst darzu-stellen, ohne durch ein fast ebenso schreckliches Bild, als dieWirklichkeit bot, auf den Sinn der Beschauer besonderen Ein-druck zu machen.
„Den Leichensarg vertrat eine Art längliche Pfanne, welchedie Badwanne, in der Maral von Zeit zu Zeit unzureichendeLinderung suchte gegen den häßlichen Aussatz, von dem erverzehrt ward, darstellte.
„Sie war von einem schmutzigen und blutigen Tuche be-deckt, welches bis zur Erde herabhing und den Straßenkothwegfegte, wenn es nicht an einer Stelle zurückgeschlagen ward,um einen Todtenarm zu entblößen, einen befleckten und ver-stümmelten Arm, den man für diesen Gebrauch dem anatomi-schen Theater entliehen, und an dessen Finger man eine Federbefestigt hatte, wahrscheinlich um anzudeuten, daß der uner-müdliche Patriot sich nimmer Ruhe von der Arbeit vergönnenmochte, wenn es sich darum handelte, Proscriptionslisten zuentwerfen. Weder bei den Opfern der Barbaren noch bei denruchlosen Spitzfindigkeiten der grausamsten Executionen läßtsich je Etwas ersinnen, was fähig ist, Schrecken, Abscheu undEckel in solchem Grade zu erregen.
„Hinter den wilden Trägern dieses abschreckenden Bildesschritten, mit der rothen Mütze auf dem Kopfe und dem Florum den Arm, zwischen zwei Reihen Soldaten die angesehenstenBürger der Stadt, die Beamten, die Richter, die Revolutions-Ausschüsse, die Jakobiner und die Abgeordneten des Volkes.
„Dieses ganze Gewühl machte in einer Kirche Halt, diezum Glücke schon entweiht war. Vielleicht ist auch, um sich