Band 
[1. Band.]
Seite
198
JPEG-Download
 

198

Dieses gerichtliche Begehr wird allgemein mit Beifall auf-genommen.

Die Perrücken unterliegen dem gegen sie geführten Streiche.Eine Verfügung vom 1. Frimaire des Jahres II verbietet sieförmlich. Um der rothen Mütze Platz zu machen, lassen sichMänner wie Frauen L la litus scheeren. Der Gebrauch derrothen Mütze kommt in den ersten Tagen des Märzmonates1792 bei den Jakobinern auf. Der Präsident, die Secretäre,die Redner auf der Tribüne sind mit ihr geschmückt. Dieseseclat ante Zeichen der Gleichheit verbreitet sich auf den Prome-naden und Theatern. Im ThoLtre franxais oder la Nationbringt man nach der Darstellung des Todes Cäsar's die BüsteVoltaires auf die Bühne; man setzt ihr die rothe Mütze aufdas Haupt,') und auf diese Weise bleibt sie während desZwischenaktes und des zweiten Stückes den Blicken der Zu-schauer preisgegeben.

Die revolutionären Frauen schmücken sich mit demselbenKopfputze. Ohne den bewaffneten Widerstand der Bürgerinnender Halle würde die rothe Mütze auch die Stelle des Hutesoder der Haube auf den weiblichen Köpfen eingenommen haben.Allein Dank der Dazwischenkunst der Pariser Gemeinde warddie dreifarbige Cocarde für die französischen Jungfrauen undEhefrauen das einzige gesetzliche obligatorische Abzeichen derGleichheit. Achttägiges Gefängniß war die Strafe für dieVergessenheit oder die Vernachlässigung in diesem wichtigenPunkte der regenerirten Kleidertracht.

Allein wenn es auch den Frauen freigestellt bleibt, ent-weder das Abbild oder die phrygische Mütze selbst zu tragen,so ist doch letztere für die Männer obligatorisch. Ein Decretvom 16. Brumaire des Jahres II gebietet allen Mitgliedxrndes Pariser Gemeinderathes, die rothe Mütze zu tragen. DerKonvent schmückt sein Haupt mit ihr; die Pariser Sectionen,

1) Dasselbe war gewiß würdig, sie zu tragen.

2) Monit. v. 23. März 1792.