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„Philosophischen Decade" alles Ernstes entworfene Modebildist ein neuer Thermometer für den Zustand der Geister. Ganzrichtig also ist es, der hartnäckige Wille der Revolution,wie Franz von NenfchLteau sagte, ist vollkommen daran, Frank-reich vollständig nach dem Vorbilde Griechenlands und Romsumzugestalten. Die Kleidung der christlichen Völker des Mittel-alters ist in ihren Augen wie in den Augen der Renaissance,ihrer Mutter, ebenso verschollen wie ihre Ideen. Sind zudemdie Franzosen ihrem Wesen nach Griechen und Römer, so ge-bietet die Logik, daß sie es auch der Form nach seien.
In der That steigen die griechischen und römischen Trachtenvon der Bühne, wo sie die Renaissance eingeführt hat, in dieStraßen herab, dringen in die Wohnzimmer, machen sich aufden öffentlichen Plätzen, unter den Gallerten des Palais Na-tional (Royal), welches die neuen Römer in ihrer Einbildungund ihrem Hochgefühl für die Porticus des Coliseums oderdes Forums halten, breit. Die Toga, die Tunica, die San-dalen mit den Bändern, der Mantel, welcher mittelst einesKnopfes auf den Schultern befestigt wird, nicht das Geringstefehlt dem klassischen Anzüge. Hätte die gute Zeit von 93noch länger gedauert, so würde, wie nicht bezweifelt werdenkann, das Beispiel der Löwen der Epoche die Regel desGeschmackes und das behoste Gallien, Oallia brsecata, dieAsus toAata der lateinischen Autoren geworden sein.
Schon war die römische Tracht fast in ihrer ganzen Voll-ständigkeit die Amtstracht der Mitglieder des Directoriumsgeworden. Um ihr Geltung zu verschaffen, citirt Grsgoiredas Beispiel der Athenienser und Römer, und tadelt die Spar-taner des Konvents heftig, daß sie den Sansculottismus La-cedämoniens wieder in's Leben hätten rufen wollen. „Wennsich in Athen," sagte er, „Jemand gegen einen Beamten, be-sonders wann er den Myrthenkranz, das Sinnbild seinerWürde, trug, unehrerbietig benahm, so wurden ihm seineBürgerrechte entzogen. Man erinnert sich wohl der That jenesRömers, der bei dem Anblicke der Fasces vom Pferde stieg,