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muß, betrachten kann? Kraft welches besonderen Vorrechteswäre, wenn die für den Unterricht bestimmte Zeit uns nöthigt,uns in allen Unterrichtsgegenständen auf Elcmentarkenntniffezu beschränken, das Lateinische allein der Gegenstand einer um-fassenderen Unterweisung? Es gibt kein wirklich gediegenwissenschaftliches, philosophisches, politisches Werk, welches nichtin Uebersetzungen vorhanden ist; alle Wahrheiten, welche dieBücher enthalten, sind auch, sogar noch besser entwickelt undmit neuen Wahrheiten bereichert, in Schriften, die in derVulgärsprache abgefaßt sind, zu finden.
„Um endlich Alles zu sagen, so wäre das lange, tiesein-gehende Studium der Sprache der Alten vielleicht eher schäd-lich als nützlich. Wir streben bei der Erziehung nach derVerbreitung der Kenntniß der Wahrheiten, und die Schrif-ten der Alten sind voll von Irrthümern. Wir suchendie Vernunft zu bilden, allein diese Bücher können sieerst recht irre führen. Wir sind von den Alten so ent-fernt, daß unsere Vernunft schon vollständig bewaffnetund bewehrt sein muß, wenn diese kostbaren Ueberrestesie bereichern, statt verderben sollen/")
Insbesondere sucht er auch vom politischen Standpunkteaus auf die Gefährlichkeit der klassischen Autoren aufmerksamzu machen. Mit einer an Erasmus erinnernden Logik be-weist er, daß die Sucht, mittelst der antiken Vorbilder poli-tische Redner zu bilden, nur dazu führe, Tribunen heranzu-ziehen, die legislativen Versammlungen zu entehren und diesociale Ordnung zu gefährden. „Die antiken Muster," sagter, „können nur gebildeteren Geistern dienen. Was fürMuster in der That kann man nicht nachah-men, ohne beständig prüfen zu müssen, was derUnterschied der Sitten, der Religion, der Ideenan ihnen zu ändern gebietet? Ich will hiervon nur
1) Werke, B. VII. S. 278 — 472 rc.
2) S. Gaume, Briefe des hl. Bernhard, Borrede.
Saume, Revolution. IV. 3