Band 
[2. Band.]
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wir laufen. Doch halt! Wer gefangen wird, ist kein Fran-zose mehr, sondern ein Engländer, ein Feigling.

„Seht, welcher Eifer! Ach, jetzt ist Einer gefangen. Wehe,Trauer im Lager! Einer unserer Kameraden ist ein Engländer.Auf, bemühen wir uns, ihn wieder zum Franzosen zu machen.Nun abermaliges Rennen, neue Gefahren. Um in das Ge-fängniß zu dringen, werden die größten Anstrengungen gemacht.Dort sind die Hektor, die Achilles, die Ajax, dieDio-medes. Es ist geschehen, Hektor hat seine Kameraden be-freit; sie sind keine Engländer mehr. Auf diese Weise werdenwir mittelst einer unbedeutenden Veränderung in das Herz derKindheit den Haß und die Verachtung des gemeinste» allerVölker einziehen."

Das Folgende ist ganz einfach grausam. „Ich möchte,"fährt Labdne fort, „das Spiel mit dem Kreisel beibehaltenwissen; allein der Benennung Kreisel möchte ich den NamenTyrann substituiren. Ich bin sogar der Ansicht, man solledem Holz die Gestalt eines garstigen kleinen Königskopfes miteiner Krone geben. Diesen würde ich von den Kindern geißelnlassen. Wie würden die Kinder sich beeifern, einen König zugeißeln! Wie würde sie es freuen, ihn springen zu lassen!Könnt ihr, wenn der Mensch schon im fünften oder sechstenJahre die Freude hat, einen Tyrannen zu geißeln, daran zwei-feln, daß er im zwanzigsten Jahre eine viel süßere Lust daranfindet, ihn zu erdolchen?"

Um diese schönen Gefühle zu entwickeln, wird sich dasWort mit den Spielen der Kindheit vereinigen. „Man wirdGeschichten erzählen, welche geeignet sind, die Kinder in neueBrutus zu verwandeln. Auf einem kleinen Theater wirdman ihnen die Einnahme der Bastille, den Tyrannen gefangennach Paris geführt, seinen Thron gestürzt, sein Haupt abge-schlagen und auf einem Blutgerüste aufgestellt zeigen. Nachden Namen Papa und Mama sollen sie zuerst die Worte:

1) Von der Erziehung rc., S. 71. — 2) Ebendas.