Band 
[2. Band.]
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Er war des Volkes und Gesetzes Mörder;

Dankt den Göttern; sie haben meine Hand geführt.

Indem er hierauf dem Volke den bluttriefenden Dolchzeigt, ruft er unter lautem Beifall der Menge aus:

.Ich habe das Gesetz,

Um ihn, des Treubruchs schuldig, zu bestrafen,

Gebrochen, das den Menschenmord verbietet.

Allein nicht durch's Gesetz beschützet ist ein König,

Timophanes war König, wenn auch nicht so genannt.')

Und der Chor antwortet:

Frei und gerächt, erheb' dein stolzes Haupt, mein Volk!

Du, welches hast bestraft Timophanes Verrath,

Gesetz war ohne Macht, doch ist sein Tod gerecht;

Gerettet hat dein Dolch das Vaterland.

1 )

2)

Timoleon dünkte Manchem noch zu wenig revolutionär undfür das Volk zu unterwürfig. So lesen wir in der „philoso-phischen Decade", B. I. S. 191: „Schon längst führte maneine Tragödie Chenier's auf, Timoleon betitelt. Am 19. fandeine große Wiederholung statt; es waren viele Leute zugegen. Ju-lien (La Dröme), welcher es nicht kaltblütig mit ansehen konnte,daß Timophanes, der Bruder Timoleons, die Bürgerkrone empfing,ohne daß sich das Volk empörte, hat gegen dieses Werk gedonnert.»Wenn es in Korinth,» sagte er, »nur Einen Timoleongab, so gibt es in Paris ebenso viele Feinde des Kö-nigthums, ebenso viele Timoleon als es Sansculottengibt, und ihnen ein solches Stück vorzuführen würdeeine Beschimpfung für sie sein.""