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brachen die Beifallsstürme los. Sie verwandelten sich in einenwahren Donner, als der Schauspieler das Hemistichon aus-sprach: Frei leben ohne König.
„Nach dem Stücke forderte das Parterre die Büste Vol-taires. Unter lautem Beifall und dem Rufe: Es lebeVoltaire! ward sie herbeigebracht. Um die begierigen Blickedes Publikums zufrieden zu stellen, hatte man bei einer zwei-ten Darstellung die Büsten von Brutus und Voltaire auf bei-den Seiten des Theaters aufgestellt." ')
Der blutgierige Republikanersinn, der dieses Stück durch-weht, ging in die Seele der Zuschauer und von da in dierevolutionären Sitten über. Eines Tages hatte die Straß-bürger Nationalgarde gegen die Preußen an der Brücke beiKehl gefochten. Noch dröhnte der Kanonendonner, als dasSchauspielhaus schon ganz gefüllt war; man gab Brutus.„Die Acclamationen," sagt ein Zuschauer, „die wahnsinnigenBeifallsrufe waren so arg, daß ich mich beständig fragte, obwir in Straßburg oder in Rom, an dem Ufer des Rheinsoder der Tiber seien. Bei dem zweiten Stück war die Auf-regung eine noch gewaltigere. Jetzt waren wir ganz sicher-lich weder in Straßburg noch in Rom, sondern in Sparta.Der Schauspieler, der im Brutus so lebhaften Beifall erntet,kündet in einem ruhigen und ergreifenden Tone an, die Ad-ministration bitte das Publikum, eine Schauspielerin, MadameFroment, welche im zweiten Stücke spielen sollte, und derenVater und Gatte wenige Stunden vorher bei der Vertheidi-gung der Kehler Brücke gefallen waren, vom Spiele zu dis-penflren.
„Kaum hatte er ausgesprochen, so hörte man mit schwe-ren Faustschlägen auf eine Bank der Gallerie klopfen. Eswar ein Jakobiner, der die Stimme erhob und zornig ausrief:»Wagt man es, vor Republikanern eine so feige Ausrede vor-zubringen? Bürger, darf man euch mit den Sklavenhunden
1) Philos. Decade, B. I. S. 186.