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Nachdem Danton, Dank dem klassischen Alterthum, Venusim Bade betrachtet, ließ er im Namen desselben Alterthumsvon der Tribüne herab folgende Rede, die man für das Ge-heul des blntschnaubenden Tigers halten möchte, vernehmen:„Man wirft uns vor, wir seien Blutsauger. Wohlan, so wol-len wir, wenn nöthig, Blutsauger sein.... Einein Revolution begriffene Nation ist wie das siedende und sichim Schmelztiegel läuternde Erz. Bürger, die Statue derFreiheit ist noch nicht gegossen. Das Erz siedet noch; wennihr den Ofen nicht überwachet, so werdet ihr Alle durch ihnverbrennen. Heute noch muß der Convent beschließen, daßjeder Mann des Volkes auf Kosten der Nation eine Pike er-hält. Die Reichen sollen sie bezahlen. Ferner muß decretirtwerden, daß in den Departements, wo die Contrerevolutionausgebrochen ist, Jeder, der die Tollkühnheit hat, diese Contre-revolution herbeizurufen, außer das Gesetz gestellt wer-den soll.
„In Rom hatte Valerius Publicola den Muth,ein Gesetz, welches gegen Jeden, der die Tyrannei nennenwerde, die Todesstrafe verhängt, vorzuschlagen. Nun, ich er.kläre, Jeder, der die Vernichtung der Freiheit auch nur nennt,soll nur durch meine Hände umkommen und sollte mein Hauptauch auf dem Blutgerüste fallen. Glücklich ich, wenn ich mei-nem Vaterlande ein Beispiel der Tugend geben kann."')(Donnernder Applaus.)
Aus dieser Schule des Theaters und des Guillotineplatzes,aus diesem unreinen Gemisch von Blut und Ruchlosigkeitenbildeten sich, wie man denken kann, öffentliche Sitten, für diees keine Beschreibung gibt. „Man wechselte mit der Ehehälftewie mit einem Zimmer und bei einer Geldangelegenheit tratein Gatte seine Frau entweder contractmäßig oder auf Abschlagoder auf Leihkauf ab. Es trat eine Confusion, ein ganz un-denkliches Chaos der Unzucht ein. Die Leichtigkeit, mit
1) Monit. v. 27. März 1793.