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[2. Band.]
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selbst die Kinder stehen ihnen nur an Erfahrung, nicht aberan Wetteifer nach.

„Ich ward freilich mit einiger Schwierigkeit zu derProbe einer Comödie und eines Ballets zugelassen. Esbemächtigte sich meiner ein lebhafter Unwille, als ich die Leh-ren, die man diesen Knaben und diesen Mädchen ertheilte, ver-nahm. Angebliche Lehrer der Aesthetik unterrichteten sie, wieman die zweideutigen Worte aussprechen, wie bei diesen Ge-legenheiten die Mienen bald im Einklang mit der Physiogno-mie, bald in offenbarem Widersprüche zu derselben stehenmüssen, wie man durch die Betonung mancher Silben einenobscönen Sinn hervorbringen kann. Dies waren unter gemei-nen Ausdrücken vorgetragene Mittel zur Unzucht.

„Mit dem Ballet sah die Sache noch schlimmer aus.Unter Schamröthe erzählt uns die Geschichte, daß der schreck-liche Tiberius selbst die Kinder für seine Gelüste mißbrauchte.Allein es war dies ein Verbrechen eines Einzelnen, nicht dasdes ganzen Roms. In Rom gab es keine gesetzlich gebilligtenStelldichein, Jahrmärkte, auf welchen diese buntgeschminkteWaare ausgestellt wurde." ')

Der Fall wird nach der Höhe, aus der man herabstürzt,bemessen. Aus der Höhe des Christenthums fällt die Revo-lution noch unter das heidnische Alterthum, ihre Mutter undihr Vorbild. Worin sie aber auf demselben Höhepunkte mitihm stehen bleibt — dies ist die beständige Verbindung derWollust und der Grausamkeit, des Blutes und der Genüsse,des Stolzes der Vernunft und des Stolzes des Fleisches. Dasehen wir immer und überall den antiken und den modernenPaganismus. Rom begab sich, nachdem man während desTages das Blut der im Amphitheater erwürgten Gladiatorengetrunken, wann der Abend einbrach, zu den Lupanarien. DieRevolution berauschte sich, nachdem sie Morgens Köpfe begehrtund dem Schauspiele der Guillotine beigewohnt hatte, amAbende bei Kerzenschein mit unreinen Genüssen.

t) Monlt. B. II. S. 418.