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In seinem politischen wie in seinem Privatleben suchtKamille Desmonlins genau wie in seinen Schriften, so vielals möglich, die republikanischen Sitten des schönen Alterthumswieder in's Leben zu rufen. Er regt im Palais Royal diePariser Bevölkerung aus und bereitet die erste glänzende Thatder Revolution, die Einnahme der Bastille, vor. Hören wir,in welchen Ausdrücken er selbst das Factum berichtet: „Gernegedenke ich der Ehre — und Niemand wird mir sie rauben —daß ich es war, welcher am Sonntag den 12. Juli im PalaisRopal auf einem Tische stehend, von zehntausend Bürgern um-ringt und denen, die mich nicht vernehmen konnte», eine Pi-stole zeigend, Jedermann zu den Waffen rief. Ich war es,welcher den Patrioten vorschlug, auf der Stelle Kokarden an-zulegen, damit sie sich erkenne» und gegen die in Regi-menter eingereihten Meuchelmörder vertheidigenkönnten. 9
„Da das Volk mir gesagt hatte, ich sollte die Farbenwählen, so schrie ich: Entweder das Grün, die Farbe derHoffnung, oder das Band des Cincinnatus, die Farbe der Re-publik. Da man sich für das Grün entschieden, stieg ich, nach-dem ich allen unter die Volksmenge sich mischenden Traban-ten der Polizei gesagt hatte, sie könnten mir in's Gesichtblicken, ich würde nicht lebend in ihre Hände gerathen, herabund befestigte augenblicklich das grüne Band an meinem Hut.Der Abbe' Sabatier sagte, dieß heiße gestehen, daß ich dieschärfste Todesstrafe verdient habe; allein mein Rechtstitelauf die Dankbarkeit meiner Mitbürger ist mein Trotz gegendiese Gefahr. Hierdurch gelte ich Etwas, wenn ich überhauptEtwas gelte."
1) Dieselbe Benennung konnte man in den Jahren 1830 und 1848 vonden damaligen Camille's auf die ihrem Fahneneid treugebiebenenTruppen anwenden hören.
2) Revol. rc. B. I. S. 391.