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Athens! Solon ward dort nicht für eine Memme, sondernvielmehr für das Muster der Gesetzgeber und durch das Ora-kel für den ersten der sieben Weisen erklärt, obgleich er seine^Neigung für Wein, Weib und Gesang unverhohlen bekannte.Seine Weisheit aber wird so allgemein anerkannt, daß manselbst heute noch seinen Namen im Konvente undbei den Jakobinern nur wie den des größten Ge-setzgebers ausspricht. Wie Viele unter uns gelte» alsAristokraten und Sardanapals, obgleich ste kein derartigesi Glaubensbekenntniß öffentlich abgelegt haben!l „Dieser göttliche Sokrates begegnete eines Tagesdem Alcibiades. Letzterer war finster und nachdenklich, offen-bar, weil er über ein Schreiben Aspasia's aufgebracht war.„Was hast du?« fragte ihn der Ernsteste der Mentore, »hastdu vielleicht deinen Schild in der Schlacht verloren? Bist duim Lager bei dem Wettrennen oder im Fechtsaal besiegt worden?Hat Jemand an der Tafel des Feldherrn Nicias besser alsdu gesungen oder auf der Lyra gespielt?« Dieser Zug kenn-zeichnet die Sitten. Welche liebenswürdigen Republikaner!
„Rührt nickt, um nur von ihrer Preßfreiheit zu reden,die große Berühmtheit der athenienfischen Schulen von ihrerRede- und Schreibfreiheit, von der Selbstständigkeit des Ly-ceums, von den Polizeiverwaltern her? In der Geschichtekönne» wir lesen, daß die Professoren, als Sophokles dieGärten oder philosophischen Schulen der Beaufsich-tigung des Senats unterwerfen wollte, den Hörsaal schloßen.Es gab keine Lehrer und keine Schüler mehr und die Athe-nienser verurtheilten den Redner Sophokles wegen seines un-besonnenen Antrages zu einer Geldbuße von 24,000 Drachmen.^ In den Schulen ignorirte man selbst den Namen des Archonten.Diese Unabhängigkeit verschaffte der athenienfischen Schuleihr Uebergewicht über jene zu Rhodus, Milet, Masfilia, Per-gamos und Alexandria. O Zeit der Demokratie! O republi-kanische Sitten! Wo seid ihr?" ')
1) Nr. 2. S. 187-220.