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[2. Band.]
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Schritte eine Schlinge stellt, in jede Familie, in jede Ver-sammlung einen Verräther schickt, auf den Tribünen Meuchel-mörder unterhält, um zu allen Stunden des Tages und derNacht alle Bürger auf die Folter zu legen. *)

Das Decret vorn 23. Ventose vermehrt noch den Schreckender Situation. Es bestimmt, „daß jeder Bürger gehalten seinsoll, die Verschwörer und die außer dem Gesetze erklärten In-dividuen zu entdecken und anzuzeigen, und daß Jeder, der siebei sich oder sonstwo verheimliche, als Mitschuldiger betrachtetund bestraft werden soll."

Zum Ruhme des französischen Namens sei es gesagt, daßmehr als zehntausend Familien den Heldenmuth besaßen, diesverhängnißvolle Gesetz zu verletzen und in ihrem Schooße denUnglücklichen, der des Todes jeden Augenblick gewärtig seinmußte, zu verbergen. Man berichtet von Vätern, die zumSchaffotte geschickt wurden, weil sie ihre Söhne versteckt ge-halten hatten; so z. B. Gnadet, der Vater des Abgeordnetengleichen Namens.

Unterdessen steigern der Haß, die Begierlichkeit, die Leiden-schaften die Menge der Denunciationen in das Ungeheuere.Es war Nichts mehr heilig und es kam so weit, daß die An-geberei für eine Ehrensache erklärt und als die erste Pflichtfür Väter, Söhne, Freunde und Diener hingestellt wurde.

„Ach," rüst ein Augenzeuge aus, „dies war eine schrecklicheZeit, da man die Wuth und die Heuchelei zum Patriotismusstempelte. Alle, welche diese Zeit nicht selbst erlebt haben,werden sich nimmermehr eine richtige Vorstellung von ihr machen;diejenigen aber, welche sich ihrer erinnern, sind Ungeheuer,wenn sie sich ihrer Rückkehr nicht mit aller Macht widersetzen.

1) Gedanken Tallien's nach dem 9. Thermidor. Man vergleiche diemalerische Geschichte des Konventes. Kap. IV. S. 180.

2) Monit. ebendas.

3) Malerische Geschichte des Konventes rc.

Gaume, Revolution. IV.

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