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„Berühmter Genfer! ich war deiner würdig; ich bortedich, ohne zu erblassen, über deinen Tod berathen. Ich billigteden republikanischen Entschluß; ich sah das Messer in deineBrust drängen und deine Hand die Stelle bezeichnen, wo ichdich treffen sollte. Ich hätte dir nachgeahmt, allein ich hattenicht wie du, das Signal dazu erhalten. Clavibre's Frau ver-nimmt den Tod ihres Mannes und vergiftet sich. O Funkerepublikanischer Tugend! Du verscheuchest die langeFinsterniß, in die Frankreich länger als ein volles Jahr ver-sunken war!" 2)
Den Selbstmord als einen Funken republikanischerTugend, Jene, die sich seiner schuldig machen, für edelge-sinnte Menschen erklären, sich fest entschlossen zeigen, ihnennachzuahmen: dies ist, dürfen wir behaupten, ein Umsturz dermoralischen Gesinnung, wie wir ihn bei keinem christlichenVolke, ehe die heidnischen Schriftsteller die Lehrer der Jugendgeworden waren, antreffen. Wenn auch nicht alle Gefangenen,wie ihre klassischen Vorbilder, sich eigenhändig um's Lebenbringen, so bereiten sie sich doch auf den Tod vor, als ächteSchüler nicht des Heilandes Jesu Christi, sondern des So-krates und des Plato. Ihr letzter Kummer bei ihrem Aus-tritte aus dem Leben ist der, ihre Kinder möchten nicht in ihreFußtapfen treten und die Nachwelt sich nicht ihr Beispiel zumMuster nehmen.
Trotz seiner neuen Bestimmung ertönte das zum Gefäng-nisse eingerichtete Colleg du Plessis von den berühmten NamenVirgil, Cicero, Brutus, die in seinen Hörsälen so oft dieOhren der damals freien, jetzt aber gefesselten Schriftgelehrtengetroffen hatten. Von seinen Erinnerungen begeistert, bereitet
1) Zitternd schleppt man die Verbrecher zn dem Blutgerüste;
Edelgesinnt verfügen Sterbliche über ihr Sons.
2) Denkwürdigk. S. 58.