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sich einer von ihnen auf den Tod vor, indem er sich selbst denPantheismus und die Seclenwanderung, die er in Virgil'sGeorgs ca und Aeneis gelernt hat, übersetzt. „Bei derAuflösung der Materie," schreibt er, „entflieht der Lebensgeistaus seinem Kerker, um unter einer neuen Gestaltwieder geboren zu werden. Auf diese Weise hat sichder Lebensgeist dieses oder jenes Menschen der Reihe nachunter der Gestalt eines Baumes, einer Fliege, eines Löwen,einer Pflanze gezeigt und muß sich auch nach seinem Tode indieser Gestalt entwickeln. Manche Schäferin war, ehe sie dieGestalt eines Menschen annahm, mit der eines Vogels, einesSchmetterlings oder einer Rose bekleidet.
„In diesen Bäumen, diesen Gebüschen sind wir von un-seren Vorfahren umringt. Dieser Glauben muß uns Ehr-erbietung für alle lebenden Wesen einflößen. Sie waren, waswir sind, und werden eines Tages, was wir sind, werden.Gott hat gewollt, unser Tod soll ein Schlummer sein, der,weil er uns die Erinnerung an das, was wir gewesen sind,raubt, uns gestattet, durch die Freuden und insbesondere dieHoffnungen der Jugend und der anderen Lebensalter wiederumzu erleben. In dieser köstlichen Träumerei suchte ich, schonbereit, in ein anderes Leben einzutreten, tröstende Phantome,die meinen bevorstehenden Todeskampf lindern konnten." ')
Ein Anderer erinnert sich, um seine Schmerzen zu lindernund sich auf den Tod vorzubereiten, des Theokritus, ruft die Naturan und besingt die Ernte. Seine Verse sind mit den trost-reichen Worten Zephyr, Ceres, Pomona ausgestattet. „Ummich zu trösten," sagt er, „versuchte ich, die Natur in demLieblichste», was sie hat, anzurufen: ich besang die Ernten.Dennoch legte ich diese Skizze sehr bald auf die Seite. DieVerzweiflung bemächtigte sich alles Ernstes meiner Seele."
Wo wieder Muth hernehmen? Seneca und Epiktet ge-nügen ihm nicht. Statt aber seine Blicke auf das Kreuz zu
1) Gefängnisse n. s. w., du Plessis, S. 33. — 2) Ders. ebendas.