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[2. Band.]
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fängniß zu Gefängniß nach der Hauptstadt. Seine vierzehn-jährige Tochter legt, um ihm zu folgen, zweihundert Stundenzu Fuß zurück. Während des Tages geht sie neben dem Karrenher, tröstet ihren Vater durch ihre Gegenwart, beeilt mit-unter ihren Schritt und entfernt sich in jeder Stadt, in jedemDorfe, um Nahrungsmittel zu holen, eine Decke oder wenig-stens etwas Stroh zu erbetteln, um ihre» Vater in den ander Straße liegenden verschiedenen Kerkern ein Lager zu be-reiten. Nachts schläft sie, wenn sie kann, öfters an der Ge-fängnißthüre. Stärker als die Furcht, die Ermüdung, dieEntbehrungen, kommt sie nach Paris und nur das Thor derConciergerie vermag sie für immer von ihrem armen Vaterzu trennen.

Gewohnt, Kerkermeister zu rühren, versucht sie die Machtdes Mitleides über Henker. Drei Monate lang steht sie alleMorgen an den Thüren der Mitglieder des öffentlichen Wohl-fahrtsausschusses. Drei Monate lang wird sie mit treulosenVersprechungen, abschlägigen Bescheiden und selbst Drohungenabgewiesen. Ihr Vater erscheint vor seinen mörderischenRichtern. Im Augenblicke, da der fluchwürdige Dumas diesemUnglücklichen, welcher merkt, daß man ihn für einen Andernhalt, den Mund verschließt, stößt die Tochter den Schrei derNatur aus. Man schleppt sie mit Gewalt aus dem Gerichts-saale fort. Zeuge dieses herzzerreißenden Anblickes, besteigtder Vater das Schaffst mit dem Gedanken, daß seine Tochter,der Verzweiflung und den Schrecknissen der Armuth preisge-geben, allein in der Welt dastehen werde.

Am Tage der Hinrichtung selbst tritt die arme Waise denWeg nach der Provinz an und benetzt ihn mit ihren Thränen.Sie kommt bis nach Bourgogne. Dort verlassen sie ihreKräfte. Sie findet gastfreundliche Aufnahme bei einer Fa-milie von Ackersleuten. Sie erzählt ihre Geschichte. Vaterund Mutter blicken sich weinend an und nehmen die jungeHeldin an Kindesstatt auf. Nachdem sie so das Kind desHanfes geworden, unterrichtet sie ihre jüngere Schwester