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[2. Band.]
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doch wollten sie von den beeidigten Priestern Nichtswissen, und verschmähten die Messen, die Predigten und Er-mahnungen der Abtrünnigen. O Voltaire! O Rousseau!meine göttlichen Meister, ihr hättet sie nicht guillotinirenlassen!" ')

„Ich habe," fährt Riouffe fort, „junge Kammermädchengesehen, die mit ihren Herrinnen sterben wollten. Eine guteNonne wollte ihr Leben noch nicht einmal um den Preis einerkleinen Lüge retten. Die Marquise von Bois-Borenger undihre Schwester, die Gräfin von Malezy, bewiesen einen in derThat übermenschlichen Heldenmuth. Alle diese Frauen warennoch sehr jung und von dem interessantesten Aeußern.

„Die junge Marquise von Bois-Borenger verließ ihreMutter keinen Augenblick. Sie wachte bei ihr und man hätteglauben können, die Fürsorge der Mutter sei ganz in die Seeleder Tochter übergegangen. Die Mutter dagegen blieb stummund gefühllos, sie glich einer in Stein verwandeltenNiobe. Alle diese jungen Frauenspersonen besaßen einesanfte Frömmigkeit und glichen Engeln, die ihren Ausflug genHimmel nehmen. Die Gräfin von Malezy sagte zu ihremVater: »Ich werde mich, guter Vater, der du so tugendhaftbist, so fest an dich anschließen, daß mich Gott trotz meinerSünden passiren lassen wird/ Sie hatte ein so einnehmendes,so liebenswürdiges Aeußere, als man sich nur immer zu den-ken vermag." ?)

Der nachstehende Zug kindlicher Frömmigkeit ist demRührendsten und Heldenmüthigsten, was man kennt, vergleich-bar. Mitten im Winter 1793 wird ein achtbarer Familien-vater, der sich eines großen Wohlstandes erfreut, in der Provinzverhaftet und für das Revolutionstribunal bestimmt. Nebsteinigen Leidensgefährten auf einen offenen Karren gebrachtund gefesselt, schleppt man ihn in kleinen Tagereisen von Ge-

t) Gefängnisse u. s. w., Conciergerie, S. 56.2) Denkwürdig!. S. 90.