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Gewalt bemächtigen wollten, gegen die öffentliche Freiheit,gegen das Vermögen und das Leben der Privatleute conspi-rirten. Sie waren, wie man nach dem 9. Thermidor so oft-mals wiederholt hat, nichts Anderes als Catilinas! Nunspielen aber die Weiber bei dem Falle der Triumvirn und derrömischen Verschwörer eine entscheidende Rolle. Lepidus be-rauscht sich im Schwelgerleben und stirbt in der Verbannung;Antonius schläft in den Armen der Cleopatra ein und dasTriumvirat ist vernichtet. Eine Frau vereitelt die Verschwö-rung Catilina's.
„Unter den Verschworenen," sagt Sallust, „befand sich eingewisser Quintus Curtius, ein Mann von vornehmer Geburtund schlechten Sitten. Er hatte einen alten Liebeshandel miteiner vornehmen Frau, Namens Fulvia, die ihn, als seinReichthum untergraben war, kälter aufnahm. Eines Tagesläßt er bei ihr geheimnißvolle und übermüthige Worte ver-lauten; hieraus macht er ihr ganz wundersame Versprechungen,sodann droht er, sie umzubringen, wenn sie bei ihrer Hart-herzigkeit beharre. Auf diese Weise erregt er die Neugierdedieser Frau; dieselbe ist bald befriedigt. Sie aber verschwiegnicht, was sie von dem Complot erfahren hatte. Cicero, hier-von benachrichtigt, wußte Fulvia zu gewinnen und diese ver-anlaßte Curtius, Alles, was man wissen wollte, auszuplaudern.Auf diese Weise ward der Consul zum Voraus und Tag fürTag von allen Schritten und allen Plänen der Verschworenenin Kenntniß gesetzt."
Dieser Bericht ist die schon vor zweitausend Jahren ver-faßte Geschichte des Sturzes der modernen Catilinas. EinAugenzeuge liefert hierüber einige wenig bekannte, übrigensvollständig authentische Einzelheiten. Tallien, Proconsul inBordeaux, hatte in den Gefängnissen dortselbst eine jungeSpanierin von ganz besonderer Schönheit gefunden und ver-liebte sich in sie so sehr, daß er nur noch für sie lebte. Er
1) Sall. in Catil.; von Gerlache, Leben Sallust's, S. 33.