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[2. Band.]
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prachtvolles Schloß. Dasselbe ließ er von einem Flügeladju-tanten Henriot's, den er als Verwalter und Lieferanten zugleichgebrauchte, bewohnen. Dieser Adjutant trug, wann Robes-pierre geräuschlos und besonders zur Nachtzeit eintraf, Sorge,das Schloß mit Frauenspersonen von schlechtem Le-benswandel und einer luxuriös besetzten Tafel, an der mansich allen möglichen Excessen überließ, zu versehen. Mittenunter den durch zahllose Spiegel vervielfachten schlüpfrigenGemälden, unter leichtfertigen und durch hundert Wachskerzenerhellten Bildern, bei dem Dufte von Wohlgerüchen, die inkostbaren Cassolettes brannten, bei dem Genusse der vortreff-lichsten Weine unterzeichnete der Gott Robespierre, von Conthon,Saint-Just und Henriot umgeben, mit von Ausschweifungenzitternder Hand, zahlreiche Proscriptionen." ')

Diese traurigen Documente, denen wir noch leicht anderebeifügen könnten, beweisen, daß der Paganismus zu allenZeiten und unter allen Klimaten derselbe bleibt: die An-betung des Stolzes und die Anbetung des Fleisches; daß sichGrausamkeit, Diebstahl, Schweigern und Gottlosigkeit, vierunterscheidende Merkmale der römischen Triumvirn und einigerCäsaren, ihrer Nachahmer, sich in der Person der modernenTriumvirn vereinigt finden und zwar in demselben Grade undi» derselben Weise, und daß unter dem Namen Revolutionund Revolutionär- der alte Paganismus und seine Anhängerin Frankreich gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts wiederunverblümt erwacht waren. Wie und durch wen ist diese Auf-erstehung bewerkstelligt worden? Wir fordern das öffentlicheGewissen auf, diese Frage zu beantworten.

Ein letzter Zug noch macht die Ähnlichkeit des klassischenTriumvirates mit dem der Revolution vollständig. Was waren,wenn man der Sache auf den Grund geht, Octavius, An-tonius und Lepidus, Saint-Just, Couthon und Robespierre?Herrschsüchtige Männer, die, weil sie sich um jeden Preis der

1) Jahr II. Vgl. auch Studien über die Revol. B. II. S. 219.

Gaume, Revolution. IV. 18