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aus ihrem Hingang zum Schaffet eingegebenen Brief: „Am17. Juli gegen Abend begegnete ich in der Straße Samt«Honoro Charlotte Corday auf dem verhängnißvollen Karren.Ohne Stütze und Tröster war sie dem anhaltenden Wuthge-brüll einer des menschlichen Namens unwürdigen Volksmengeausgesetzt. Zwei Stunden lang, von ihrem Abgänge bis zuihrer Ankunft beim Schaffet bewahrte sie dieselbe Festigkeit.Sie verschied und ihre große Seele stieg in den Schooßder Cato, der Brutus *) und weniger Anderer, deren Ver-dienste sie erreicht oder übertreffen hat, empor.
„Charlotte, himmlische Seele, warst du nur eineSterbliche? Triumphire, Frankreich! Triumphire, Caö»!denn du hast eine Heldin, für welche weder in Rom, nochin Sparta ein ähnliches Beispiel gefunden werden kann!Um mich zu ermuthigen, dieses Vaterland zu lieben, dessenAdoptivsohn zu sein ich die Ehre habe, habe ich künftighinnicht mehr nöthig, mich an die Spartaner und die Rö-mer zu erinnern; es wird genug sein, wenn ich an CharlotteCorday denke. Ihr Andenken verpflichtet und ermuntert michzu allen republikanischen Tugenden und zu dem unversöhnlichenHaß gegen die Feinde der Freiheit.
„Gewalträuber des 31. Mai, ich bin es müde, unter sovielen Schrecknissen, die ihr begeht, zu leben. Ich habe nurnoch zwei Dinge zu hoffen, daß ich nämlich entweder durcheuch als Opfer der Freiheit auf jenem ehrenvollen Schaffetsterbe oder dazu beitrage, euere Lügen zu enthüllen, damiteuere Tyrannei mit dem Irrthum aufhört und die unsterbliche
1) Der Jude würde sagen: der Schooß Abrahams; der Christ:der Schooß Gottes; nur der Heide kann sagen: der Schooßdes Cato.
2) Die seit sechzig Jahren an allen europäischen Monarchen verübtenFürstenmorde sagen uns deutlich, wohin die republikanischen Tugen-den führen.