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[2. Band.]
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Voltaire bereitete es darauf vor, wie er selbst durch seine Colleg«studien war vorbereitet worden.

Nachdem er Brutus den Aeltere», welcher seine Söhneumbringt, verherrlicht hatte, verherrlicht er auch Brutus denJüngeren, welcher seinen Vater aus Liebe zur Freiheit er-mordet; auf Brutus folgt der Tod Cäsar's. ') In deran Bolingbrocke gerichteten Vorrede offenbart Voltaire selbstdie demagogischen Gesinnungen, die ihn bei der Abfassungdieses Stückes beseelt haben. Von einer Darstellung der eng-lischen Tragödie Brutus von Shakespeare sprechend, äußerter sich wie folgt:

„Mit welcher Entzückung sah ich Brutus, der nocheinen mit dem Blute Cäsar's gefärbten Dolch in der Handhielt und hörte ihn von der Rednerbühne herab sprechen:»Römer, ist Einer unter euch, welcher dem Cäsar ergebenwar, so wisse er, daß Brutus es nicht weniger war. Ja, ichliebte ihn, Römer, und wenn Ihr mich fragt, weßhalb ichsein Blut vergossen habe, so antworte ich: deßhalb, weil ichRom mehr als ihn liebte!«"

Da erfahren wir, was Voltaire mit Entzücken steht undhörte. Wo hat er diesen republikanischen Fanatismus geschöpft,der unter dem Vorwande der Freiheit vor keiner Frevelthat zu«rückbebt? Um ihn den Anderen mitzutheilen, führt Voltaire imTode Cäsar's einen Sohn zur Bewunderung vor, der seinenWohlthäter und Vater eigenhändig in versammeltem Senateerdolcht. Saint-Just, der große Bewunderer des Brutusund Voltaire's, wird in dem Processe Ludwig's XVI. sprechen:„Die beste Art und Weise, einen Tyrannen abzuurtheilen,und zugleich die kürzeste, ist jene des Brutus, welcher denCäsar ohne weitere Formalität als dreiundzwanzig Dolchsticheermordete."

Vor diesem kurzen Jnhaltsauszuge müssen auch die

1) Dieses Stück ward für das Colleg Harcourt in Paris verfaßt.

2) Borrede zu Brutus, Ausgabe Palissot.

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