Band 
[2. Band.]
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Achtes Kapitel.

Voltaire.

(Schluß.)

Tragödie Merope — Gefährliche Grundsätze — Brief desJesuiten ?. Tournemine — Tragödie Olympia — Sie machtdas heidnische Alterthum in religiöser Hinsicht bei dem Volke be-liebt — Tragödie Catilina oder das gerettete Nom —Verherrlichung der republikanischen Gesinnungen — Voltaire will,die jungen Leute sollen sich mit Cicero bekannt machen — Lob-preisung — Er beklagt sich, daß man nicht oft genug ins Theatergehe, um dort die Griechen und Nömer zu studiren — VollständigeLobrede auf die Griechen und Nömer — Voltaire gibt sich offenwie er ist — Er stirbt wie er gelebt hat.

Der Schüler des Collegs Louis le Grand, der vonk. Poröe die Kunst, Verse zu mache»,') gelernt hat,läßt im Jahre 1743 seine Tragödie Merope in die Oeffent-lichkeit gelangen. Das Vorspiel zu diesem Stücke machte ermit dem Oedipus (1724), worin er den Fatalismus lehrtund die Priester und gläubigen Christen zu Heuchlern oderSpitzbuben macht:

Unsre Priester sind nicht das, was ein eitles Volk sich denkt,

Daß wir ihnen gerne glauben, dieses macht ihr Wissen aus.')

mit Brutus (1730), mit dem Tod Cäsar's (1730), mitMahomed (1742), deren antichristlichen und antisocialenTendenzen wir nachgewiesen, mit mehrfacher Verurtheilung

1) „...Betrachten Sie mich als einen Sohn, der nach einigen Jahrenseinem Vater die Frucht seiner Arbeiten in einer Kunst, die erehedem von ihm lernte, darbringt." — Schreiben Voltaire'san Poree nebst der Widmung der Henriadc.