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[2. Band.]
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„Es ist ein großes und schönes Schauspiel", ruft er aus, „denMenschen gewissermaßen durch eigene Anstrengung ausdem Nichts treten, durch die Erleuchtung seiner Vernunft dieFinsternisse, in welche die Natur ihn gehüllt hatte, zer-streuen zu sehen. Alle diese Wunder haben sich seitmehreren Menschenaltern aufs Neue zugetragen.

„Europa war in die Barbarei der erstenJahr«Hunderte zurückversunken. Die Völker dieses heutzu-tage so aufgeklärten Welttheils lebten vor noch wenigen Jahr-hunderten in einem Zustande, der noch schlimmer warals die Unwissenheit. Es mußte eine Revolutionkommen, um die Menschen zum gesunden Menschenverständezurückzuführen. Endlich kam sie auch und zwar von einerSeite her, von welcher man sie am Wenigsten erwartet hatte.

Der alberne Muselmann, die ewige Plage der Wissen-schaft, veranlaßte ihr Wiederaufleben in unserer Mitte.Der Sturz des Thrones Constantin's brachte die Trümmerdes alten Griechenlands nach Italien; Frankreich hinwiederumbereicherte sich gleichfalls mit dieser kostbaren Beute. Diesenschriftlichen Schätzen folgten bald die Wissenschaften; mit derKunst zu schreiben Verbandsich auch die Kunst zudenken; diese Stufenfolge erscheint seltsam und ist doch nurzu natürlich. Man fing an, den hauptsächlichsten Vortheildes Verkehrs mit den Musen, den Vortheil nämlich, daß siedie Menschen gesellschaftlicher machen, zu empfinden." ')

Ist dies nicht in seiner ganzen Unbefangenheit der Schülerdes klassischen Alterthums? Für ihn ist das Christenthum sogut wie gar nicht vorhanden; es hat die Welt in die Bar-barei gerathen lassen; die Rückkehr zum Heidenthum war von-nöthen, um sie wieder aus derselben herauszuziehen; das mo-derne Europa mit seiner Aufklärung, seiner Schrcibkunst undseiner Denkfreiheit rührt von den aus Constantinopel vertrie-benen und in Italien aufgenommenen Griechen her.

1) Briefe rc.