Band 
[2. Band.]
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Cilftes Kapitel.

Rousseau.

(Schlu ß.)

Verwirklichung des nach dem Vorbilde des klassische» Alter-thums eingerichteten socialen Systems — Das Volk muß seineAngelegenheiten durch sich selbst besorgen — Keine Vertreter —Diese Theorie wird selbst von den Nevolutionsmännern für unaus-führbar gehalten — Worte Vergnlaud's und Nobert's — Verachtungder christlichen socialen Ordnung und der Monarchie — Zulassungaller Bürger zu jedem Staatsamie — Für Alle bestehende Ver-pflichtung, Soldat zu werden, wie in den antiken Republiken —Ende der nach dem Muster Sparta's und Athens umgestaltetenSocietäten — Schlußfolgerung.

Das Christenthum von der Gesellschaft ausschließen, folg»lich die sociale Ordnung, die ihm ihr Entstehen verdankt, um-stürzen, die politischen Institutionen der antiken Republikenwiederherstellen: dies ist in drei Worten Roufseau's gouver-nementales System und das regenerirende Princip der mo-dernen Völker. Alle Triebräder dieser wunderbaren Maschinesind bereits an ihre gehörige Stelle gebracht; man braucht siejetzt nur noch in Bewegung zu bringen. Das heidnische Alter-thum, welches Rousseau die Idee seines Werkes eingeflößt hat,liefert ihm auch die Mittel für die Ausführung. Das Volkist souverän; wie aber soll es seine Souveränetät ausüben?Den Blick auf Sparta, auf Athen und Rom gerichtet, ant-wortet Rousseau: Durch sich selbst. „Die Gesetze," sagt er,„sind nur authentische Acte des Allgemeinwillens; folglich kannauch der Souverän nur handeln, wenn das Volk (der Souve-rän) versammelt ist. Das Volk versammelt? wird man sagen.Welches Traumgebild! Das ist heute ein Traumgebild, wares aber vor nun zweitausend Jahren nicht. Habendie Menschen vielleicht ihr Wesen geändert?