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stellen hatte, hat die Besonnenheit gehabt, sie einzu-kleiden, und hat sie durch diesen unschuldigen Kunst-griff für die verschleiert, denen sie schädlich hätten sein können,ohne daß sie deßhalb für die Weisen verloren waren."')
Wie alle seine Vorgänger seit der Renaissance holt auchMontesquieu seine politischen und socialen Doctrinen aus demheidnischen Alterthum. Für ihn kommt das Evangelium alspolitisches Element gar nicht in Betracht, die sociale Missionder Kirche existirt nicht. „Unter den Werken," fügt d'Alembertbei, „die ihm Beiträge oder Gedanken für das seinigelieferten, sieht man, daß er namentlich zwei Historiker, dieam Meisten gedacht haben, benutzt hat: Tacitus undPlutarch."?)
D'Alembert fährt mit der Lobpreisung des Gnidos-tempels fort und erzählt zuletzt den Tod seines Helden wiefolgt: „Nachdem er alle seine Pflichten mit Anstand und vollVertrauen auf das ewige Wesen, mit dem er sich ver-einigen sollte, erfüllt hatte, starb er mit der Ruhe einesrechtlichen Mannes, der seine Talente immer nur zum Bestender Tugend und der Menschlichkeit verwendet hatte." ')
Greift, soviel ihr immer nur wollt, das Christenthum inseinen Dogmen und seiner Moral an; untergrabet die vonihm eingeführte religiöse und sociale Ordnung; vorausgesetzt,daß ihr nur das klassische Alterthum verherrlicht, die Liebe zurFreiheit und zum Batcrlande gepredigt habt: so werdet ihr inden Augen aller Söhne der Renaissance als rechtschaffene Leutegelten und könnt in aller Ruhe sterben mit dem Gedanken,euch nach Virgil's Ansicht mit dem ewigen Wesen zu vereinigen!
1) Lobrede Montesquieu's als Einleitung zu seinen Werken.
2) Ebendas.
3) Ebendas. — Die katholischen Schriftsteller haben uns über dieletzten Augenblicke Montesquieu's tröstlichere Einzelheiten hinter-lassen. Er erkannte seine Irrthümer und söhnte sich vor seinemTode mit der Kirche wieder aus.
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