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[2. Band.]
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ihrer ursprünglichen Unwissenheit... Man besaß wederein politisches noch ein bürgerliches Gesetz. . .Die Gewalt allein entschied über das Recht....Will man sich eine Idee von der Moral dieserbarbarischen Jahrhunderte machen, so erinnere mansich, daß selbst die Frömmigkeit einen Anstrich vonStras-senraub annahm, den das Lehenswesen in Ansehen gebrachthatte. Die Kreuzzüge wurden als ein religiöserAct betrachtet, als geeignet, Gott damit zu ehren...Man gab ungerechte oder unsinnige Gesetze, man argwöhnte,daß die Gesellschaft einer gesetzgebenden Macht bedürfe....Ich gebe hier einen Abriß der schmählichen Ge-schichte unserer Barbarei.

„Europa nahm erst eine neue Gestalt au, alsdie Wissenschaften,') welche sich nach Konstanti-nopel geflüchtet hatten, nach dem Sturze des ost-römischen Reiches an Italien übergingen. Manbegann die Alten zu lesen, und durch ziemlich rascheFortschritte setzte man sich in Stand, die Wissenschaften zuPflegen, welche durch Aufklärung des Geistes das Herz zurLiebe der Ordnung, der Gesetze, der Moral vorbereiten....Das Studium Plato's und Cicero's mußte unsereVäter auf den Weg zur Wahrheit führen, allein dieVorurtheile waren zu alt und zu allgemein verbreitet, als daßsie in einem Augenblick hätten ausgerottet werden können..."

Phocion preist sodann die kleinen griechischen Republikenund findet sie den großen Mächten bei Weitem vorzuziehen.Er will, daß man die Gesetze Lykurg's und Plato's wieder inKraft setze; daß man alle Bürger von Jugend auf an denWettlauf, den Tanz, die Mäßigkeit und die Waffenübungengewöhne; daß jeder Bürger abwechselnd Soldat und obrigkeit-liche Person sei; und endlich, daß man das Geld und den

1) Welche? Welches sociale Princip haben sie verkündet?

2) blntr. äs kkooion. Anmerk. S. 112. Ausgabe in 12. 1790.