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[2. Band.]
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sophische Geist, welcher von dem Christenthum eingeflößt und beiseinen Forschungen geleitet ward, und dem Glauben achtungs-voll untergeben war, wie der Sohn seiner Mutter. Es istder Ruhm der Renaissance, die Vernunft emancipirt zu haben,so wie sie die Gesellschaft emancipirt hat.

„Während die Künste und die schönen Wissenschaften,"sagt d'Alembert, „in Ansehen standen, fehlte noch viel, daßdie Philosophie dieselben Fortschritte machte. Die Schriftender alten Philosophen waren größtentheils vernichtet worden...Die Scholastik, welche ihre ganze vorgebliche Wissenschaft ausden Jahrhunderten der Unwissenheit zusammentrug,widersetzte sich noch den Fortschritten in diesem erstenJahrhundert der Aufklärung... Endlich wagten einigeTheologen, sie zu bekämpfen, indem sie dabei die Unterthänig-keit') der Völker mißbrauchten. Man hatte den Dichtern ge-stattet, in ihren Werken die Gottheiten des Heidenthumes zubesingen, weil man, und zwar mit Recht, überzeugt war, daßdie Namen dieser Gottheiten nur ein Spiel sein konnten, vondem man Nichts zu befürchten hatte. -)

„Alleiin man fürchtete,^ oder schien zu fürchten, dieSchläge, 'welche ein>e blinde Vernunft dem Christenthum

1) Die Gläubigkeit.

2) Auf Liesen schönem Vorwand stützt man sich auch heutiges Tages nochbei der Behauptmng, Laß Las eifrige Studium der heidnischenAutoren mit keiner Gefahr verbunden sei. Allein man vergißt, daßdie Literaten aus dem Colleg den Cultus der heidnischen Gottheiten,so weit sie es vermochten, wieder ins Leben gerufen haben; manvergißt, daß man aus den heidnischen Autoren den Rationalismusin der Philosophie, den Naturalismus in der Religion schöpft, denRepublikanismus in der Politik, den Communismus in der Gesell-schaft, den Stolz des Königsmordes und eine Menge von Ideenund Gefühlen, welche, seit der Renaissance, überhaupt die Generationendes Collegs in christlicher und socialer Beziehung unlenksam gemachthaben und noch machen.

3) Hier hätte d'Alembert sagen sollen: und mit Recht.

Kaume, Revolution. V. 12