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und schreibt ihm: „Ihre erste Epistel ist durchdrungen voneiner Kühnheit der Vernunft, welche weit über Ihr Alter undmehr noch über unsere feigherzigen Schriftsteller erhaben ist,die sich zusammenziehen unter dem Maßstabe, den ein könig-licher Censor an sie anlegt... Haben Sie keine Furcht, denParnaß mit Ihren Talenten zu zieren.... Wie, wenn manGeneralpächter ist, hätte man nicht die Freiheit, zu denken?
„Atticus war auch Generalpächter. Die römischen Ritterwaren Generalpächter. Fahren Sie also fort, Atticus!"
Helvetius fährt fort, gehorsam dem Rufe des Meisters.Im Jahre 1758 erschien sein Buch vom Geiste. Die Phi-losophie klatschte in die Hände und rief: „Das ist ein gutesBuch... Sein größter Fehler scheint mir der zu sein, daßer darin gegen den Despotismus declamirt auf eine Art, umnicht die Despoten, welche es nicht lesen, noch auch ihreVeziere, welche es noch weniger lesen, sondern die Unter-veziere oder ihre Spione glauben zu machen, alle Leutevon Geist seien ihre unversöhnlichen Feinde, was leicht zu einerVerfolgung der Männer von Geist aufreizen kann."
Hier folgt in wenigen Worten eine Analyse dieses gutenBuches: 1) Alle Fähigkeiten des Menschen beschränken sichauf das physische Empfindungsvermögen, und wir unterscheidenuns von den Thieren nur durch unsere äußere Organisation.2) Unser Interesse, begründet auf die Liebe zum Vergnügenund auf die Furcht vor dem Schmerz, ist die einzige Trieb-feder unserer Urtheile und unserer Handlungen, das Principaller Moral. 3) Die Begriffe von Recht und Unrecht variirennach den Gewohnheiten. 4) Alle Menschen sind für dieselbenLeidenschaften empfänglich, welche nur die Erziehung mehroder minder entwickelt. Dies ist Nichts mehr, noch minder,als der verwerflichste Materialismus, wie er in den schönenTagen von Athen und Rom verstanden und ausgeübt wurde.
1) Xs8ai sur Uelvelius, Thl. I. S. XIV, XVIII.
2) Briefe Condorcet's an Turgot. Note von Arago, S. 219,