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neue Neigung seinem Geiste eine Richtung, die er nicht mehrändern sollte.
„Noch im Colleg studirte er die Philosophie Locke's.Dieses Buch bewirkte eine Revolution in seinen Ideen; erwurde ein eifriger Schüler des englischen Philosophen."
Enthusiasmus für diese naturalistische und sensualistifche Phi-losophie, ausschließliche Bewunderung für das heidnische Alter-thum und Unkenntniß oder Verachtung der katholischen Litera-tur und Philosophie — das war die Geistesverfassung, inwelcher Helvetius aus den Händen seiner Lehrer hervorging,und diese währte so lange, als sein Leben. Ein Schiff ohneSteuer und ohne Kompaß, werden wir ihn aufs Gerathewohlumherirren und an alle Klippen anfahren sehen. Kaumaus dem Colleg getreten, schickte ihn sein Vater, der ihnfür die Finanzen bestimmte, zu Herrn d'Armancourt, seinemOheime von mütterlicher Seite, der Zolldirector zu Caen war.Hier beschäftigte sich der junge Helvetius mehr mit denWissenschaften und der Philosophie, als mit den Fi-nanzen, und mehr mit den Frauen, als mit den Wissenschaftenund der Philosophie. Indessen wurde er auf die Fürspracheder Königin in seinem drei und zwanzigsten Jahre zum Ge-neralpächter ernannt. ?) Diese Stelle verschaffte ihm Geldund Muße. Er benützte diese, um sich mit Fontenelle, Mon-tesquieu, Condorcet und Voltaire zu verbinden und jeneFamilie philosophischer Literaten zu vergrößern, deren Gliederzur Zeit die hohen Klaffen der Gesellschaft bildeten und dieStellen der Verwaltung, der Finanzen, der Magistrat»!, amHofe, auf den Schlössern, in der Akademie und im Par-lamente inne hatten. Dem damals herrschenden Ton ent-sprechend versuchte Helvetius sich in Versen. Er legt darinseine philosophischen Gedanken nieder. Votaire ermuthigt ihn
1) Lssni sur Helvetius, seinen Werken vorgedruckt. Oeuvres, Thl. I.S. IX. Ausgabe in 8. London 1781.
2) Ebendas. S. X.