Band 
[2. Band.]
Seite
22
JPEG-Download
 

22

dene Civilisationen entstanden, die heidnische Civilisationoder der sociale Cultus des Menschen mit der brutalen Ge-walt als Richtschnur, der Sklaverei als Grundlage und derSinnlichkeit als Zweck der Dichtkunst, der Malerei, derSculptur, der Musik, den Festen, Theatern, allen verderbtenund verderbenden Künsten als Begleitung und Verbrechen,allgemeinen Umsturz und Erniedrigung zum Resultate; zwei-tens die christliche Civilisation oder der sociale Cultus Gottesmit der Wahrheit als Richtschnur, der Freiheit als Grund-lage, der Befreiung des Geistes als Zweck, allen geheiligtenund heiligenden Künsten als Begleitung, die Tugend, den Frie-den und den wahrhaften Fortschritt zum Resultate.

Unsere Vorfahren wählten einfach und unbefangen,wie sie waren, das christliche System. Ein flüchtigst Blickauf ihre Geschichte wird uns die Wohlthaten nachweisen, diesie aus demselben herleiteten, sowie die erhabene Idee, die sievon der Politik und dem Königthume hatten.

Drittes Kapitel.

Geschichte der christlichen Politik.

Grundlage der christlichen Politik — Sociale Gewalt desPapstthums — Ausspriiche Protestantischer Schriftsteller — DieKönige von Frankreich und England vorn Papste gerichtet —Kompromiß der Könige von Frankreich und Aragonien — Appel-lation an das Urtheil des Papstes — Angelegenheit Ludwig's desFrommen, Lothar's, des Königs von Anstrasten — Absetzung desKaisers Heinrich IV. — Büste des heiligen Gregor VII. — Ab-setzung des Kaisers Friedrich — Bulle Jnnvcenz IV.

In der Person Petri ist der Sohn Gottes das sichtbareOberhaupt der christlichen Societät. Durch den Mund diesesseines zweiten Selbst spricht er von Ewigkeit zu den Königenund den Völkern jenes stets alte und doch immer neue Wort: