Band 
[2. Band.]
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„Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und aufErden" und zu seinen Stellvertretern im Laufe der Jahr-hunderte: „Euch will ich die Schlüssel des Himmel-reichs geben; Alles was ihr lösen werdet auf Er-den, soll auch im Himmel gelöset sein, und Alleswas ihr binden werdet auf Erden, soll auch imHimmel gebunden sein. Ihr seid das Licht derWelt; unterweiset alle Völker und lehret sie allemeine Gebote als Richtschnur ihres Verhaltensannehmen." ')

„Alles ist diesen Schlüsseln unterworfen," ruft Bossuet aus,„Alles, meine Brüder, Könige und Völker, Hirten undHeerdcn."

Als Verwalter der Autorität des Königs der Könige, alsunfehlbares Organ seiner Befehle ist der souveräne Pontifexan die Spitze der socialen Hierarchie gestellt: in seinen Hän-den befinden sich die Zügel, welche die christliche Welt ihremEndziele zuführen müssen. Auf seinem Schiffe befindet sichdie Windrose, welche allen Schiffen den Weg angeben, sie inihrer Schlachtordnung halten und in den Hafen der Ewigkeitleiten muß. Ihm allein steht das Recht zu, den Führern derVölker die Bahn vorzuzeigen und das Losungswort zu geben;ihm allein steht es zu, in letzter Instanz die Streitigkeitenzwischen den Steuermännern und der Bemannung zu schlichten,indem er Beiden die Gesetze der ewigen Gerechtigkeit zurKenntniß bringt. Da aber eine Justizgewalt ein Unding ist,wenn sie nicht bewaffnet ist, so steht ihm auch das Recht zu,durch wirksame Strafen die Uebertreter zum Gehorsame zuzwingen und selbst den Oberbefehl den beharrlich wider-spenstigen Kapitänen zu entziehen, welche im treulosen Ver-rathe an ihrer Pflicht Schiff und Passagiere in den Abgrundbrächten.

1) Matth. i6 rc.

2) Predigt über die Einheit der Kirche.