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[2. Band.]
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Wie in der religiösen Ordnung ein untrüglicher Richterüber das Wahre schlechterdings nothwendig ist, ebenso mußes in der socialen Ordnung einen obersten Richter über dasGerechte geben. Entzieht dieses Richteraint dem Papste, undihr liefert es der rohen Gewalt in die Hände. Der Zwei-kampf, unter den Privatleuten mit Recht verboten, wird zwischenVolk und Volk und zwischen Völkern und Königen nicht nurberechtigt, sondern selbst nothwendig. Erwäget nun aber dieFolge: wenn die sociale Ordnung in der Weise eingerichtetist, daß der Grund des Stärkeren der letzte Grund des Re chtesist, wo ist alsdann die Güte, wo die Gerechtigkeit, wo dieWeisheit Gottes? Dann ist das Menschengeschlecht, wieRousseau sagt, weiter Nichts mehr, als eine von der Moralder Wölfe geleitete Aggregation von Individualitäten. Den-noch ärgert es Manche, wenn sie die Päpste die Könige ab-setzen und die Unterthanen des Eides der Treue entbindensehen. Die Einen versuchen zur Entschuldigung für diesesVerhalten mißlungene Deutungen; sie gestehen die Thatsachennur schüchtern und fast erröthend ein; Andern erscheint dieZeit, welche eine d erartige Tyrannei als Grundlage ihresöffentlichen Rechtes anerkannte, als eine barbarische, und siebegrüßen als die Aera der Befreiung den Tag, da die socialeSouveränetät des Papstthums aufhörte. Sie Alle aber sollennachstehende Aussprüche von Männern vernehmen, die als un-verdächtig gelten müsse».

„Die päpstliche Gewalt," sagt ein protestantischer Mi-nister, „hinderte den Despotismus, weil sie über die Kronenverfügte, in Grausamkeit auszuarten. Selbst in jenen fin-stern Zeiten erblicken wir kein Beispiel einer Tyrannei, diemit jener der Domitian Roms verglichen werden kann. EinTiberius war unmöglich, denn Rom hätte ihn erdrückt.Grausame Despoten entstehen, wenn die Königedie Ueberzeugung gewinnen, daß es Nichts mehrgibt, das höher als sie ist. Dann erzeugt die Berau-