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[2. Band.]
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schling einer unbegrenzten Gewalt die grausamsten Frevel-thaten." ')

„Indem ihr," fährt Louis Blanc fort, „die Könige überjede geistliche Jurisdiction erhebt, habt ihr geglaubt, dieThrone in eine den Sturmwettern unzugängliche Region zurücken. Dieser Irrthum erregt mein Mitleid. Die Befreiungvon der päpstlichen Gewalt kann die Nothwendigkeit einer Con-trole nicht beseitigen; sie gibt ihr nur eine andere Stelle,überträgt sie Anfangs auf das Parlament und sodann auf dieMenge. Es kam in Frankreich der Augenblick, da die Nationbemerkte, daß die Unabhängigkeit der Könige die Knecht-schaft der Völker sei. Jetzt erhob sich die Nation, unwilligund ihrer Leiden müde, und forderte Gerechtigkeit. Da aberdie Richter über das Königthum fehlten, so machte sich dasVolk selbst zum Richter und an die Stelle der Excommunica-tionsbulle trat ein Todesurtheil."

I» der That ist das erbarmungslose Dilemma, welchesdie Lästerer der christlichen Politik zu lösen haben, folgendes:Ihr räumt in der Gesellschaft entweder eine Gewalt, die ohneControle hanidelt, ein oder ihr räumt sie nicht ein.

Thut ihr das Erstere, so genehmigt ihr mit dem unbän-digsten Despotismus die tiefste Erniedrigung der menschlichenNatur, indem ihr die Fesseln der Sklaverei auf ewige Zeitenan den Thron aller Tyrannen nietet.

Räumt ihr sie aber nicht ein, so vernehmt die Alternative,zu der ihr gebracht werdet: entweder die Controle der Ver-nunft oder die Controle der Gewalt, entweder die Souveräne-tät des Papstes oder die Souveränetät des Volkes; entwederden Bann oder das Schaffet, entweder die Canones des Vati-cans oder die Kanonen der Barrikaden.

Jeder hat seinen besonderen Geschmack; in ihrem kindlichen

1) 6Ir. Loguerel, Versuch über die Geschichte des Christenthums,S. 75.

2) Geschichte der Revolution, B. I. S. 252.