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liche Autorität der geistlichen Gewalt unterwor-fen sein.
„In der That kommt, wie der Apostel sagt, jede Ge-walt von Gott. Jene, welche bestehen, sind von Gott ver-ordnet. Nun wären sie aber nicht verordnet, wenn einSchwert nicht dem andern unterworfen und als solches vonihm der Ausführung des allerhöchsten Willens gewidmet wordenwäre. Denn nach dem heiligen Dionysius ist es ein Gesetzder Gottheit, baß das Niedrige durch Zwischenstufen Demcoordinirt ist, was über Allem steht. Auf diese Weise sindkraft der Gesetze des Weltalls nicht alle Dinge unmittelbarund auf dieselbe Weise angeordnet, sondern das Niedrigeredurch das Mittlere, das Untere durch das Obere.
„Nun übertrifft aber die geistliche Macht an Adel undWürde jede irdische Macht und wir müssen dies für ebensogewiß halten, als es klar ist, daß das Geistliche über demWeltlichen steht. Nicht minder deutlich veranschaulicht diesdie Darbringrrng, Segnung und Weihung der Zehnten; dieEinsetzung der Macht und die nothwendigen Bedingungen derweltlichen Regierung.
„In der That kommt es nach dem Zeugnisse der Wahr-heit selbst deL geistlichen Macht zu, die weltliche einzusetzenund über sie zu richten, wenn sie nicht gut ist. Auf dieseWeise verwirklicht sich der Ausspruch des Propheten Jeremiashinsichtlich der Kirche und der kirchlichen Gewalt: »Sieh,ich habe dich über die Völker und die Reiche be-stellt.«
„Wenn also die irdische Macht einen verkehr-ten Weg geht, so wird sie von der geistlichen Macht ge-richtet. Wenn die geistliche Macht einer untergeordneterenStufe fehl geht, so wird sie von der gerichtet, die über ihrist. Ist es die höchste Macht, so steht nicht dem Menschen,sondern Gott allein das Urtheil über sie zu, nach dem Aus-spruche des Apostels: Der geistige Mensch richtet undwird selbst von Niemanden gerichtet.