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Zehntes Kapitel.
Geschichte des Cäsarismus seit der Renaissance. Macchiavel.
Radikale Veränderung in der Politik durch die Renaissance,unverdächtiges Zeugniß Matter's — Macchiavel als Vater desmodernen Cäsarismus — sein Leben — seine heidnische Politik —Zeugniß Gentillet's, Henri Estienne's — Macchiavel, der Stamm-vater der Generation der politischen Revolntionsmänner — Zeug-niß der Revolution — Beweise für ihren Einfluß — Ausgabenseiner Werke — Widerlegungen seiner Lehrmeinungen, welche fürnothwendig gehalten werden — Friedrich II., König von Preuße».
Noch am Vorabende der Renaissance hatte Europa seineWissenschaften, seine Literatur, seine Poesie, seine Künste,seine Philosophie, seine Feste, seine Institutionen, seine Po-litik. Dies alles, auf seinem Boden entstanden, von seinerReligion und seiner Geschichte durchweht, gab ihm ein eigen-thümliches Leben, die Fortsetzung einer rühmlichen Vergangen-heit. In der Vervollkommnung aller dieser Dinge bei getreuerBewahrung ihres nationalen und christlichen Ursprungs bestandder eigentlich wahrhafte Fortschritt.
Nun kommt die Renaissance, ein fremder Hauch weht überdas Abendland. Ueber sich selbst beschämt, stößt Europa seineVergangenheit zurück, zerreißt die Grundlinien seiner Civilisationund geht, wie ein Kind, in die Schule der Heiden, die aus demMorgenlande von den vertriebenen Griechen Constantinopelsherübergebracht wurden, um unter ihrem Einflüsse zu einemneuen Leben geboren zu werden. — Hören wir, wie ein nochlebender Rationalist von seinem Standpunkte aus diese ent-scheidende Bewegung, die er einen Fortschritt nennt, undwelche von der Geschichte eine wahnsinnige Rückwärts-schwenkung genannt wird, beurtheilt:
„Der Fortschritt, den wir zu beschreiben unternommen