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Tugenden, und doch denkt in der Regierung der Staaten, inder Führung des Krieges, in der Gerechtigkeitspflege Niemanddaran, die Griechen und die Römer zu Mustern zu nehmen.Was sage ich? Man hat sogar eine Art Furcht vor ihnen,dergestalt, daß bei uns keine Spur von der antiken Tugendmehr übrig ist."
Aus diesem Geständnisse ist ersichtlich, daß der Cäsaris-mus trotz seiner unaufhörlichen Versuche doch zur Zeit derRenaissance die christlichen Völker nicht zu überreden im Standegewesen, die Regeln ihrer Politik bei den Griechen und beiden Römern zu holen, daß die angeblichen Tugenden derHeiden, ihre Art und Weise, die Völker zu regieren, die Ge-rechtigkeit zu verwalten, Krieg zu führen und die Staaten zuvergrößern, dem christlichen Europa einen solchen Widerwilleneinflößten, daß davon keine Spur mehr übrig blieb.
2. Dieses Vergessen, diese Verachtung derantiken Weisheit schreibt Macchiavel unter an-dern Ursachen der Erziehung Europa's zu.') DasGeständniß ist schlagend. Im Mittelalter studirte man alsonicht oder doch weniger als man es seit der Renaissance thut,die heidnischen Autoren, die heidnischen Republiken; insbe-sondere studirte man sie nicht, wie man es seit vier Jahr-hunderten thut, mit einer beharrlichen Begeisterung und in derAbsicht, sie zu den Mustern des öffentlichen und Privat-lebens zu machen. Ich sage Macchiavel Dank dafür, daß erden Verfasser des nagenden Wurms so glänzend recht-fertigt, nachdem man ihn des Irrthums und fast der Häresiebeschuldigt hat, weil er einen eclatanten Bruch in der öffent-lichen Erziehung zur Zeit der Renaissance nachgewiesen hatte.
Ferner sage ich Macchiavel meinen Dank dafür, daß eruns gesagt, wie durch die Erziehung das srciale Heidenthum,
1) II elis mi xersuzäo ctis na8«L, non isnto c^IIs, äspolerra nellsquäle I» pressnts eäuesrioiiö da oonäotto II monäo. — Oise.,I>. 1.