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[2. Band.]
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der antiken und modernen Wissenschaft alle der Unbild derZeit entronnenen Bücher des Titus Livius zu commentireu,damit die, welche meine Reden lesen werden, einen wahrenNutzen aus der Geschichte ziehen. Dieses Unternehmen istfreilich sehr schwer, allein mit Hülfe Derer, die mich veranlaßthaben, es zu versuchen, hoffe ich, die Rennbahn so einzurichten,daß Jene, die mir folgen, nur noch eine kleine Strecke Wegeszurückzulegen haben, um zum Ziele zu gelangen." ')

Dieses ist das Programm Macchiavel's. Es ist nichtunwichtig, die Bedeutung desselben richtig aufzufassen. Ausdieser Fundamentalstelle aber ergibt sich Nachstehendes:

1. Für Maechiavel ist das Christenthum gar nichtvorhanden. Seine Mitbrüder, die Renaissants, schriebenja öffentlich und in allen Tonleitern, das christliche Europahabe weder eine Literatur, noch Künste, noch Philosophie, oderes habe nur eine Literatur, Künste und eine Philosophie,welche barbarisch seien; das Alterthum allein besitze alle dieseSchätze und bei ihm allein müsse man dieselben aufsuchen.Sie hatten das Alterthum wieder so in Ehren gebracht, daßman das unbedeutendste Ueberbleibsel seiner Werke mit Goldaufwog. 2 )

Auch Maechiavel sagt mit ebenso großem Rechte: „Europahat seither weder eine Politik, noch Tugenden, noch Gesittunggehabt, oder es hat nur eine Politik, Tugenden und eine Ge-sittung besessen, welche barbarisch waren. Nur das Alterthumhat die Politik und die Gesittung gekannt. Bei ihm müssenwir dieselben zurückverlangen. Die Geschichten der alten Re-publiken sind voll der schönsten Beispiele, der erhabensten

1) Oisoorsi soxra In prima äscaäs äi l'. I.ivio, p. 1. üäit. in 8.1550 .

2) Lonsiäersncio io cjuanto Iiovors si Lttrivuisea slla anticlritÄ, seome malte volle, lasciruulo anäare moltii altri esempi, unlrsxmeiito ä'mia antioa statua sis ststo eomperato Krspsrro. —Oi80. x. 1.