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[2. Band.]
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nahmen. So sagt man, daß Alexander der Große Achilles,Cäsar Alexander nachahmte, und Scipio sich Cyrus als Mu«ster nahm."

Ihr hört es: der heilige Ludwig von Frankreich, der hei-lige Heinrich von Deutschland, der heilige Ferdinand vonAragonien, der heilige Stephan von Ungarn, Karl der Große,Thevdoflus, keiner der in der Schule des Christenthums ge-bildeten großen Fürsten, welche zum Heile ihrer Nationen undzum Ruhme der Menschheit regierten, gilt etwas. Der neueLehrer der Könige will Europa die Achilles, die Cäsaren, dieAlexander wiedergeben, heidnische Könige, denen die Mensch-heit nur ein Fußschemel, Schwüre nur Spinnengewebe, dieGesetze der Gerechtigkeit und die heiligsten Pflichten nur einSpielzeug waren, das sie unbedenklich und ungescheut zer-brechen konnten, wenn das sie zu ihrem Ziele führte.

Welche Schmach! Den Lehren Macchiavel's und dem vonder Renaissance eingeflößten Fanatismus entsprechend, sehenwir während des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts einegroße Anzahl von Renaissants, Laien und Geistliche, die Bio-graphien Plntarch's übersetzen, mit Anmerkungen und Commen-taren versehen, um daraus das klassische Buch der Könige undKöniginnen zu machen.

Die Manie Macchiavel's und aller Renaissants, unauf-hörlich aus das Alterthum zurückzugehen, nur bei ihm zuschwören, das Alterthum und besonders die Römer bei jederGelegenheit anzuführen, veranlaßt Friedrich zu folgendem Aus-fall auf sie: „Der Autor," sagt er, „stützt seine Lehrsätze ausdie Praxis der Römer ... allein die Römer waren, in denglücklichen Zeiten der Republik, die klügsten Räuber,welche je die Erde heimgesucht haben. Sie bewahrten mitKlugheit, was sie mit Ungerechtigkeit errangen; allein zuletztbegegnete diesem Volke, was jedem Gewalträuber begegnet:es wurde selbst wiederum unterdrückt."

1) Del krineixs, Kap. 14. — 2) Lxsmsn, Kap. 3.