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[2. Band.]
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Da es gewiß ist, daß alle in den Gesprächen und demFürsten entwickelten politischen Theorien Macchiavel's vonden Römern hergenommen sind; daß das Volk-König dasvon dem Restaurator des Cäsarismus aufgestellte große Bei-spiel ist; mit einem Worte, baß nicht sowohl Macchiavel, alsvielmehr Titus Livius diese Lehren vorträgt: so wollen wirden Gedanken Friedrich's vervollständigen, indem wir hier dasmoralische Porträt der Römer aufstellen und den Charakterihrer Politik schildern. Ein Bewunderer des Alterthums undUebersetzer des Tacitus wird uns dieses Bild liefern.

„Siebenhundert Jahre beständigen Krieges," sagt Dureaude la Malle, „kaum unterbrochen von zwei oder drei sehrkurzen Zwischenzeiten des Friedens, hatten aus den Römer»,indem sie dieselben zum unerschrockensten Volk der Erde mach-ten, ein grausames Volk gemacht. Ihr Völkerrecht warfürchterlich; die Sklaverei zu Hause, das harte Recht, welchesdas Gesetz den Vätern und Gatten über die Frauen und dieKinder einräumte, besonders jene in der Hauptstadt und denProvinzen so häufigen, in den Lagern unausgesetzten Gladia-torenkämpfe, Alles trug dazu bei, sie zu verhärten und zuverwildern.

„Sowie sie den Tod ohne Klage empfingen, gaben sieihn Andern ohne Gewissensbisse: sie vergossen Blut wie Wasser.Ihre Religion besaß Züge von barbarischer Rohheit; mehrals einmal erlaubten sie sich, Menschen als Opfer zu schlach-ten; diese fürchterlichen Opfer erscheinen im zweiten panischenKriege und früher; sie erscheinen noch unter Marius undunter Julius Cäsar; man findet sie selbst noch unter den letz-ten Kaisern.

„Was ist das für ein Volk, bei dem, trotz der mit demfeilen Gladiatorenhandwerke verbundenen Ehrlosigkeit, Ritter,Senatoren, selbst Frauen, ja Kaiser sich beeilten, auf dieArena herabzusteigen! Als ob dieses wilde Volk im Morde,im Schauspiele des Todes, im Anblicke des Blutes und derWunden, ich weiß nicht welches unbegreifliche Raffinement der

Guume, Revolution. VI. 9