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[2. Band.]
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päische Jugend acht Jahre dem Studium und der Bewunderungder alten Republiken sich widmen, die Gefühle, Ideen undMeinungen der Griechen und Römer in sich aufnehmen könne,ohne daß in den Geistern und Herzen etwas davon zurück-bleibe? Heutzutage ist das nicht mehr möglich.

Die Geschichte hat gesprochen, sie spricht noch alle Tageunter unsern Augen, in allen Ländern. Leset den ProceßLudwig's XVI. nach, die That Olgiati's, die GeständnisseRuffini's, welche wir in dem Vorhergehenden citirt haben;wenn euch das nicht genügt, so hört die unverdächtigstenMänner.

Im Jahre 1836, zur Zeit, als der Mörder Alibaud dasAttentat auf König Louis Philipp ausgeführt hatte, entspannsich eine Discussion zwischen Herrn Bigot von Moroguesund dem „Journal des Debats". Herr Bigot behauptete,wie wir es thun, daß die klassischen Studien, so wie man siezu treiben pflege, den jungen Leuten die abscheulichsten poli-tischen Ideen einflößen, und das „Journal des Debats" er-widerte, daß im Gegentheil die Lectüre der revolutionärenSchriften so viele Intelligenzen auf Abwege führe und ver-derbe.

Armand Carrel intervenirte bei dieser Discussion, um zuzeigen, daß die Ideen Saint-Just's, Marat's, Robespierre's,die Traditionen von 93, aus dem achtzehnten Jahrhundertherstammten, daß das achtzehnte Jahrhundert von der Renais-sance komme, und daß es folglich keinen Mittelweg gebe, daßHerr von Morogues Recht damit hatte, daß man entweder biszu den Quellen der modernen revolutionären Ideen zurück-gehen und die glorreiche Renaissance anathematisiren oderdarauf verzichten müsse, zu sagen, daß die Leidenschaften unsererTage nothwendig und einzig Töchter der Verirrungen von 93seien. „Während man zu Paris behauptet," setzte ArmandCarrel hinzu, „daß der erneuerte Druck der Werke Saint-Just's und Robespierre's das Leben des Monarchen in Ge-fahr setze, schöpft man in London aus dem Plutarch, aus