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[2. Band.]
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über den Wechsel der Doctrinen jedoch läßt Gravinaseinem Eifer, die Welt zur Pflege des Alterthums zurückzu-führen, besonders freien Lauf. Diese Rede beginnt solgender-weise: „Nachdem Griechenland in die Gewalt der Barbarengefallen, brach Verwüstung herein über die Gefilde, die einstdie blühendsten der Welt gewesen; sie zwang die Gelehrtenzu dem einmüthigen Beschluß, ihre väterlichen Altäre zuverlassen, in ein fremdes Land zu gehen, und, indem sie diegriechische Gelehrsamkeit mit sich fortnahmen, nach Italien, alsein geheiligtes Asyl zu fliehen. In dem Maße, als diesesUnglück Griechenland seines Ruhmes beraubte, schmückte esItalien mit demselben. Italien verdankt Griechenland alsozum zweiten Male das Licht der Wissenschaften. Die Künste,welche einst die siegreichen Römer aus Griechenland nach Ita-lien brachten, und welche sie in der Folge wiederverloren, dieselben zur Flucht gezwungenen Künste habenwir durch Emmanuel Chrysoloras, Bessarion, Georg von Tre-bizonda, Gaza, Argyropulos, Chalkondylus, Laskaris wiederentdeckt. Von diesen in den griechischen Wissenschaften unter-richtet, haben Leonhard Aretin, Philelphus, Guarini, Poppeund Andere in ganz Italien Schulen der griechischen Literaturerrichtet."

Dieser gleichzeitig lächerliche und gefährliche Eifer fürdas heidnische Alterthum, diese Insulte, welche den christlichenJahrhunderten, die der Barbarei beschuldigt wurden, weil sienur von dem Evangelium, den Päpsten und Kirchenvaternihr Licht empfingen, beständig ins Angesicht geschleudert wur-den, riefen bei weisen und in die Zukunft blickenden Leutenlebhafte und nur zu gerechte Reclamationen hervor. DerGewohnheit »einer Vorgänger gemäß hält es Gravina nichtfür der Mühe werth, die Namen der betreffenden Autoren zunennen. Er begnügt sich, sie zu behandeln, wie seine Nach-

1) ve resiauraiwue 8tuäiorum, S. 149.Gaume, Revolution. VI.

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