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festgehalten durch den Wunsch nach Gunstbezeigungen, nahmder Adel Gewohnheiten des Luxus und der Verweichlichungan, welche ihn in moralischer und finanzieller Beziehung gänz-lich zu Grunde richteten. „Im Anfange des siebzehnten Jahr-hunderts," fährt der Abbe de Saint Pierre fort, „wurden dieKutschen erfunden, und es gab deren in Paris kaumhundert, welche nur von den großen Damen benutzt wurden.Die Männer bedienten sich nur gesattelter Pferde. DieKutschen mit Fenstern an den Kutschenschlägen wurden vorachtzig Jahren erfunden u. s. f. Diese Kutschen haben dazugedient, den Luxus und die Verweichlichung zu ver-mehren, und diese neuen Bequemlichkeiten haben dazu bei-getragen, die Kraft und die Gesundheit zu schwächen, in ebendem Maße, als sie die Körperübungen verringerten." ')
Der junge König selbst mußte dem allgemeinen Einflüsseunterliegen. „Ludwig XIV.," fährt der Autor fort, „dessenErziehung der Kardinal leitete, war zwanzig Jahre alt, alser stets nur an Ballete,?) Maskeraden, Turniere, Jagden,Karten- und Würfelspiel, und besonders an kleine Liebes-intriguen dachte. Die ältere Nichte des Kardinals Mazarinwar seine erste Angebetete; er würde nicht mehr verlangthaben, als sie zu heirathen. ^)... Ich bin wohl unterrichtetüber Das, was ich sage. Ich habe mehr als fünfzig Jahream Hose oder in der Hauptstadt gelebt; ich habe die Prinzen,die Minister, Generale und die sonstigen bedeutenden Per-sönlichkeiten meiner Zeit größten Theils persönlich gekannt;ich bin Zeuge gewesen, oder habe mit Zeugen gesprochen."
Zu dem Luxus in den Equipagen, den Festen und demSpiele kommt noch der Luxus in den Tafeln und den Klei-dern, so daß Ludwig XIII. um ihn zu unterdrücken, gezwungen
1) Polit. Annalen, Thl. I. S. 59.
2) Wir werden sie in einer der folgenden Lieferungen kennen lernen.
3) Polit. Annalen, Thl. I. S. 69.
4) Ebendas. Vorrede, S. ll.