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Auch bleibt mau, trotz der gegenseitigen Schwüre, beiderseitsin der Defensive, bis ein neuer Conflict die ultima rutio desCäsarismus interveniren läßt; und der Zweikampf der Schlauheitoder jener der Stärke, zum Rechts-Orakel geworden, bleibtin Permanenz; ach! und die Revolution auch!
Die menschliche Philosophie hat sich ihrerseits seit vierJahrhunderten bemüht, in irgend einem Kunststück von ihrerErfindung ein anderes Mittel, als die rohe Gewalt, zu ent-decken zur Verhütung socialer Conflicte oder deren Beendigungohne Blutvergießen. Daher kommt jene Masse von Schriften,welche für eine Jury der Könige zur Schlichtung politischerStreitfragen geschrieben wurden. Nach dem im siebzehntenJahrhunderte veröffentlichte» Neuen Cyneas haben wir dendis creten Katholiken des Fürsten Ernst von Hessen-Rheinfels und aus dem achtzehnten Jahrhundert das berühmteProject eines Universalfriedens von dem Abbs deSaint-Pierre. Endlich hat in unsern Tagen, wo sich dasBedürfniß eines friedebringenden Mittels immer fühlbarermacht, Europa den Friedenscongreß entstehen sehen,der von Land zu Land wandert, die Vortheile des Friedensanzupreisen und Könige und Völker zur Ruhe und Eintrachtzu ermähnen.
Löbliche Bestrebungen, wenn man will, welche aber einer-seits die Tiefe der von dem Cäsarismus geschlagenen Wundenund andererseits die Schwächung der Vernunft in Betreff derchristlichen Politik, wie in allem Uebrigen beweisen, da sie sichnicht bis zu dem einzigen wahrhaft friedebringenden Mittelerheben kann. Ohnmächtige Bestrebungen! Europa hat dieWaffen nicht niedergelegt, das Schwert hat sich nicht zurPflugschaar verwandelt; was sage ich? seit der Invasion desCäsarismus haben die modernen Nationen mehr allgemeineKriege, mehr umgestürzte Throne, mehr blutige Revolutionenerlebt, als das der socialen Suprematie des päpstlichen Stuhlesunterthane Europa des Mittelalters durch beinahe tausend