I. Geschichtlicher Ueberblick.
Die ersten geschichtlichen Spuren, welche von Zürich anstgefunden werden können, lassen vermuthen, daß schon zur ZeitAllgllst's oder Tiberius eine römische Station, 1'Imrieui» genannt,am Ausflusse der Limmat gestanden habe. Sie war aber ohneZweifel weniger bedeutend als das nahe Vitmlui-um (Winterthur ),und lag nicht wie dieses an der großen römischen Heerstraße durchdie Schweiz ; jedoch hob sie sich unter Vcspasian, lind wurde einenicht unwichtige Zollstatt.
2m v. Jahrhundert wurde sie von den Allemannen zerstört,aber bald unter dem Namen Oastvllum 1'Iniiegum wieder aufgebaut.Unter der fränkischen Herrschaft gehörte sie zum Herzogthum Als-iiunmia und ins Besondere zum l'azzus 'vuri^avi oder Umi'-zoviao,der sich bis an den Gotthard und die Gebirge Unterwaldens erstreckte.
Mit Anfang des VII. Zahrhunderts wurde in der Gegend dasChristenthum eingeführt, das ohne Zweifel schon zur Zeit derrömischen Herrschaft hier und da Wurzel gefaßt haben mochte.Der Legende zu Folge fand die erste Verkündigung des Evange-lium schon im m. Jahrhundert Statt, vorzüglich durch die späterals Märtyrer hingerichteten Felix lind Regula (und Exuperantius),die der thebaischen Legion angehörten. Ihre Verehrer gingen aberbei der Besitznahme des Landes durch die Allemannen fast gänzlichzu Grunde. — 3m Jahr (-97 erbaute Ruprecht, ein fränkischerEdler, in dem allemannischen Helveticn das große Münster, dasbald darauf von Carl dem Großen reich begabt wurde. Es istkaum zu bezweifeln, daß dieser erlauchte Fürst in Zürich eine Pfalzhatte, in der er sich bisweilen aufhielt, auch nimmt man an, daßer das Collcgiat- (Chorherrn-) Stift errichtete, das erst in unsernTagen aufgehoben wurde. — Sein Enkel, Ludwig der Deutsche ,König der Oftfranken, gründete das Frauenstift (Fraumünfter),dem seine beiden Töchter, Hildegard und Bertha, als die zweiersten Aebtissinnen vorstanden.
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