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ist der Zusammentritt von 31 Mitgliedern des Großen Rathes abder Landschaft zu Wer (am 13 October 1830) zu zählen, welchein einem Memorial, das der obersten Landesbehörde am 3. Novembervorgelegt wurde, vor Allem aus eine erweiterte Stellvertretung derLandschaft im Großen Rathe verlangte, und daneben mehrere Puncte„als Volksbeschwerden" zur Abhülfe empfahl. Eine vom GroßenRathe bestellte, aus 21 Mitgliedern bestehende Commission unterUsteri's Vorsitz trat schnell zusammen, um Anträge über veränderteRepräsentation zu hinterbringen, und vereinigte sich bald dahin,daß die Stadt Zürich 92, Winterthur 11, der übrige Theil desCantons 106 Stellen im Großen Rathe besetzen solle. Die KundeVon dem neuen vorgeschlagenen Rcpräscutatious-Verhältnisse durch-lief bald den ganzen Canton, wurde aber nicht mit dein erwartetenBeifall aufgenommen, vielmehr versammelten sich aus anonymeEinladungen hin, die überall verbreitet worden waren, am 23. No-vember gegen >0,000 Männer aus fast allen Gegenden des Cantonsauf freiem Felde bei Wer, welche» von einigen Rednern die Noth-wendigkeit und Dringlichkeit vorgestellt wurde, den Augenblick zubenutzen und ein günstigeres RepräsentationS-Verhältniß, so wieauch andere wesentliche Abänderungen in der Verfassung und Ver-waltung zu verlangen. Dabei wurden der übrigens ruhigen Ver-sammlung etwa 30 Klagepuncte vorgelegt, welche dieselbe ohneDiScussion durch offenes Handmehr annahm, worauf ein Theil derversammelten Menge das vorgelesene, dem Großen Rathe einzu-reichende Memorial durch seine Unterschrist bekräftigte. Der GroßeRath trat zusammen, fügte sich dem Begehren der Volksversamm-lung zu Wer, setzte das Repräscntations-Verhältniß dergestalt fest,daß nunmehr 71 Stimmen der Stadt, 111 dem übrigen Cantonezukommen sollten, und erklärte sich hierauf für provisorisch undabgedankt. — Mit großer Thätigkeit wurde nun von einer beson-dern Commission eine neue Verfassung bearbeitet, die dann am15. Februar 1831 ihre Anträge dem Großen Rathe hinterbrachte,welche mit 160 gegen 3 Stimmen, und am 20. März von dem VolkeMit 10,503 gegen 1721 Stimmen angenommen wurde. — Raschund unermüdet schritt »nnniehr der neue Große Rath zu einergänzlichen Umgestaltung der Staatseinrichtungen, deren wesentlichsteVeränderungen in der vollständigen Trennung der Gewalten, derweiten Ausdehnung der richterlichen Befugnisse, der icharfen Be-stimmung der Competenzen deS Regierungsrathcs und anderer Be-