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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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trächtigt werden konnten, oder ob der bloße Mangel an Kennt-nissen, Einsichten lind gutem Geschmack Ursache der unregelmäßigenAnlage Zürich's sei, ist nicht wohl auszumitteln; allein so viel istgewiß, daß es diesen Uebclstand mit den meisten ältern Reichsstädtengemein hat. Auch ist nicht zu übersehen, daß, nachdem einmal ge-wisse Ansiedelungen Statt gesunden hatten, das noch übrige, meisthüglichte Terrain manche Schwierigkeiten in den Weg legen mochte,die mit beschränkten Hülfsmitteln nicht leicht überwunden werdenkonnten. Zu den besser angelegten ältern Straßen und Gassengehören Stadelhofcn, die Hirschengrabcn, der Neumarkt , der Thal-acker, der Rennweg. Bedeutende Erleichterung für den VerkehrVerschaffte die Anlage des neuen Quai s unterhalb des Schlacht-hauses im 2ahr 4MS, und die Erweiterung eines Theiles des Nie-derdorfs vom Engclbrunnen an abwärts. Unter den in den letztenLahren verbesserten oder neu angelegten Straßen und Gaffenzeichnen sich aus: die neuen Quai's vom Rathhaus bis zur Mün-fterbrücke und von der Wasserkirche bis zum Hase», die neueSecstraße, der Zeltweg , die Rämitannenstraße, die neue Postgaffe,die Thalgasse, die neue Sihlgasse u. a. Mehrere andere sind nochin der Anlage begriffen.

Zu bedauern ist indessen, daß, bei den sonst ziemlich strengenVaugesetzen, bei Straßenanlagen nicht auch die so wichtige Forde-rung des Alignements für die Gebäude durchgesetzt werden konnte;auch zerstören mehrere geschmacklose Bauten, bei denen man oftnicht weiß, ob man sich mehr über den Eigensinn oder über denUnverstand des Bauherrn ärgern soll, den guten Eindruck, denmehrere dieser neuen Anlagen sonst zu machen geeignet wären.Das Straßcnpflaster ist in Nergleichung mit demjenigen andererStädte nicht schlecht zu nennen, jedoch erschwert die Menge vonsteilen Gassen die Anwendung der für ebene Straßen vorzüglichenPflasterung mit geköpften Kieseln. Trottoirs finden sich nur anden in der neueren Zeit angelegten Straßen.

Die Beleuchtung ist, ungeachtet bedeutender Erweiterung der-selben , noch lange nicht vollkommen; jedoch wird fortan an Ver-besserung derselben gearbeitet. Gegenwärtig wird sie durch circa2on Laternen mit Argand'schen Lampen und parabolischen Reflekto-ren ausgeführt.

Die Reinhaltung der Gaffen ließ bis auf die neuern Zeitenwenig zu wünschen übrig und wurde überall als Muster aufgestellt.