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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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worauf dann erst die möglichst wasserdichte Auffüllung angebrachtworden ist. Um allfalligcu Seitenschwankungen vorzubeugen, wur-den au jedem Gewölbe starke eiserne Schlaudcrn eingezogen. Ge-wölbe und Einkleidung sind von schwarzem Marmor, aus denBrüchen am Wallenfee; das Hanptgesims aus weiblichem Gott-Hards-Granit, der in Mellingen von ungeheuren Fündliugen ge-wonnen wurde. Vom gleichen Granit sind die Trottoirs und diean den Fahrbahnen angebrachten doppelten Fahrspuren, wovondie Mitre mit geköpften Kieseln besetzt ist. Für den Abfluß desWassers ab derselben ist mittelst versenkter, gußeiserner Röhren,deren Mündung unter Gußsteinen von Granit geschützt ist, gesorgt,und das starke gußeiserne Geländer - das im gothischen Geschmackeallerdings nicht mit den übrigen Brückenformen harmonirt) ist inZizenhausen bei Stockach , Großherzogthmn Baden, gegossen wor-den. Die Spannung der einzelnen Gewölbe betragt i!> Fußmit 7 Fuß Pfeilhöhe; ihre Breite 33 Fuß 2 Zoll, die Dicke derSchlußsteine 22 Zoll an den zwei Seitengewölben, und 25 Zoll andenen in der Mitte. Die Dicke der Mittelpfeiler betragt 8 Fußund jene der Widerlager 12 Fuß. Die Anfahrt von der Meisehat 3,0"/,, jene beim Helmhaus 3"/> Steigung und diese geht nach110 Fuß Länge selbst in eine noch sanftere Steigung über. Trotzder großen Last von 123,133 Eentncr und dem ungünstigen Terrainhat sich dieselbe weder bei Abnahme der Gerüste, noch später auchnur um eine Linie gesenkt, was unter die Seltenheiten in derGeschichte der Brückenbaukunde gezählt werden darf. Diesesschöne Bauwcrk wurde durch die Zürchersche Kaufmannschaft, unterLeitung des Ingenieur Negrelli , von den Zürchcrschen BaumeisternEonrad Stadler, C. Locher und I. Staub ausgeführt und am20. August 1.838 feierlich eingeweiht und von der Regierung demStadtrathe übergeben. Bcmcrkenswerth wegen schöner Eonftruction ist auch die bedeckte hölzerne Brücke, welche, an derStraße nach Baden, unmittelbar vor der Stadt, über die Sihl führt, und die über den Schanzengraben führende Brückean der Straße nach dem linken Seeufer, wegen der zweckmäßigenund wohlgelungenen Pflockbesetzung.

Als alterthümliche Gebäude sind vorzüglich zu bemerken, inder großen Stadt: Das im vorgothischen oder byzantinischenStyle erbaute große Münster . Das schöne, hochgewölbteHauptschiff nebst den beiden niedrigern Seitenschiffen stammen aus