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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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34
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dem X. oder XI. Jahrhundert, wahrend der Chor wohl erst imXIII. Jahrhundert angefügt wurde. Die beiden Thürme haben erstseit dem Jahr 177!) ihre kuppelartige Bedeckung erhalten, indemsie früher spitze Helmdächer trugen, bis im Jahr 17t,3 ein Blitz-strahl den Helm des östlichen Thurmes entzündete, so daß er biszum Glockenstuhle niederbrannte, worauf auch der Helm des wcstliehen Carlsthurms abgetragen wurde. Das Reiterbild an derOstseite des Glockenthurmü soll den Erbauer Ruprecht, einenfränkischen Edlen, Porstellen, während das sitzende Bild an derWestseite des andern Thurmes, nach der Meinung gründlicherAltcrthumsforscher, Kaiser Carl den Großen, der die mit derKirche verbundene-Pröpsten reich begabte, nach Andern den KaiserOtto verherrlichet. Der unmittelbar an die Kirche anstoßendeKreuzgang verdient, als Denkmal mittelalterlicher Architektur, sorg-fältiger Schonung.

Die im Xiii. Jahrhundert erbaute Predi g er ki r che dienteeinst den Dominicaner-Mönchen. Der schöne 75Hz Fuß hohe Chor(fetzt die alte Kirche genannt) ist später angefügt und gehört zuden schönsten Bauwerken dieser Art. An denselben stößt der soge-nannte Capellenkeller, einst die St. Niclaus-Capelle, in welcherWaldmann's Feinde bei dem bekannten Auflaufe, der seinen Unter-gang zur Folge hatte, sich heimlich versammelten. Auch an dieseKirche stößt ein sehcnswerther alter Kreuzgang.

Schöner noch als dieser letztere ist der Kreuz gang deSehemaligen Baar süßer k lo sters im Obmannamt, der leiderbei der Erbauung des neuen Gerichtsgebändcs großentheils abge-brochen werden mußte.

Die Wasserkirchc wurde gegen das Ende des XV. Jahr-hunderts, als Waldmann Bauherr war, an der Stelle einer alten,den Schutzbeiligen Zürich's , Felix und Regula geweihten Capclle,von dem geschickten Baumeister Hans Felder aufgeführt, der auchdie schöne St. Oswaldskirche zu Zug, und die zu St. Wolfgangerbaut hat. In derselben versammelte sich die Bürgerschaft zurZeit des Waldmannischen Auflaufs, entsetzte den alten Rath undwählte dafür einen neuen, den man den hörnernen hieß. Dasschöne, 17 Fuß hohe, mit vielfach sich kreuzenden Gurten verzierte,von mehr als 30 Fuß hohen Fenstern erleuchtete Gewölbe ist jetztdurch geschickt angebrachte Gallerten zu einem geräumigen Viblio-theklocale eingerichtet.