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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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35
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In der kleinen Stadt: Die Fraumünsterkirche, cm derStelle der ursprünglich den Märtyrern Felir und Regula (am1t. Herdftmonat 879) geweihten Capelle, im XIII. Jahrhundert er-baut, hatte früher zwei Thurme, von denen aber der eine, südliche,im Jahr 1728 abgebrochen, der andre, nördliche, dagegen von derMitte an neu und bedeutend höher aufgeführt und mit dem jetzigenschlanken Helme versehen wurde. In dieser Kirche liegt Wald-mann's Leichnam begraben. Von dem anstoßenden Kreuzgangist nur ein kleiner Theil in seiner ursprünglichen Form vorhanden.

Von neuerer Construction, zum Theil auf den Fundamentenund nach dem Plane eines altern Baues, jedoch mit erweitertenDimensionen, ist die St. Peterskirche, in welcher sich die Grab-stätte des berühmten Bürgermeisters Drun (gest. am 15. Octbr. 1300)befindet. Der Theil deS Thurmes mit dem darin eingebauten Chorscheint indessen noch von dem ältern Baue herzurühren.

Von dem ehemaligen Augustinerklostcr und Kirche sindnur noch wenige Spuren übrig, indem es bald nach der Refor-mation theils zu Beamtenwohnungen und Schüttboden, theils zurMünzstätte und später zum Universitätsgebäude umgewandelt wurde.

Das bedeutende Frauenkloster am Oetenbach und die zugehö-rige Kirche wurden am Ende des XIII. Jahrhunderts erbaut. Vonletzterer ist der Chor, im Acußern wenigstens, noch ziemlich wohl er-erhalten; auch findet sich der zum Kloster gehörige, wiewohl erstspäter erbaute Kreuzgang in den Räumen des ietzigen Zuchthauses.

Geschichtliches Interesse haben für den Zürcher , außer jenenältern Gebäuden, vorzüglich auch folgende Häuser und Stellen.In der großen Stadt: das Haus Nr. 1tt2 auf Dorf (jetzt fastganz neu gebaut), als Wohnhaus des unglücklichen BürgermeistersWaldmann. Zn demselben fand man nach seiner Hinrichtung eineVaarschaft von mehr als 30,000 fl., über 800 Eimer Wein,500 Säcke Fäsen und Hafer, mehr als 70 Stücke Silbergeschirrund eine Menge kostbarer Kleider. Früher wohnte er im Hausezum rothen Mann Nr. 25 in Gassen, kleine Stadt, hierauf inNr. 181 auf Petershofstatt, dann im Einsiedlcrhof (jetzt GasthofZur Krone).

Das Haus Nr. 185 (Schule! genannt) an der obern Kirch-gaffe, welches Ulrich Zwingli während seiner letzten sechs Lebens-jahre (1525 bis 15311 bewohnte. Früher wohnte er in der Leut-